Shannon - Erne - Info

Der Shannon-Erne-Waterway

Obwohl man bereits Ende des 18. Jahrhunderts daran arbeitete, den Woodford Fluss schiffbar zu machen, dauerte es noch bis 1846, ehe man mit der Ausgrabung des Ballinamore-Ballyconnell-Kanals begann. Er sollte die Verbindung zwischen Shannon und Erne herstellen. Als das Projekt 14 Jahre später endlich sich seiner Vollendung nahte, mussten die Schifffahrtsangebote den Entwässerungsanforderungen weichen. Kosteneinsparungen führten zu undichten und zusammenbrechenden Uferbänken. In seiner kurzen neunjährigen Geschichte wurde der Kanal lediglich von acht Schiffen befahren. Mit dem Siegeszug der Dampfeisenbahn verlagerte sich der Transport auf die Schiene. Der Kanal wurde unrentabel. Man gab ihn auf.

Als man am Ende der 90er Jahre mit dem Restaurierungsprojekt begann, hatten 120 Jahre Vernachlässigung die Wasserstraße auf eine traurige, von Unkraut überwucherte Rinne mit zusammengefallenen Brücken und fehlenden Schleusen reduziert. Heute stehen die Brücken unter Verwendung der ursprünglichen Steinquader wieder an ihren ursprünglichen Stellen, die Fahrstraße ist mit modernen Booten schiffbar, und die neuen Schleusen werden per Knopfdruck mit einem elektro-hydraulischem System betrieben. Finanziert wurde die Rekonstruktion und Wiedereröffnung des Ballinamore-Ballyconnell-Kanals von den Regierungen Irlands, Großbritanniens, dem Europäischen Regionalentwicklungsfond, dem International Fund for Ireland (IFI) und dem Stromversorgungsunternehmen der Republik Irland (ESB). 1994 konnte der komplett restaurierte Kanal, der den Shannon mit dem Upper Lough Erne verbindet, wieder eröffnet werden.

Die Shannon-Erne-Wasserstraße führt zwischen dem Dorf Leitrim am Shannon einerseits und der Mündung des Flusses Woodford in den Erne andererseits durch eine reizvolle Landschaft und ist ein Paradies für Erhohlungssuchende. An den mit Wildblumen gesäumten Ufern stehen Schilfbänke, Hecken begrenzen die Felder. Die Wasserstraße wird von 34 Steinbrücken überspannt und von 16 Schleusen reguliert, jeweils acht auf den beiden Seiten des Lough Scur. Früher mussten die alten Schleusen per Hand betrieben werden, heute geht alles vollautomatisch. Man braucht nur noch eine Karte in den Schlitz zu stecken, und schon öffnen sich die Tore. Jede Schleusendurchfahrt dauert etwa 15 Minuten, und die Fahrtzeit für die gut 60 Kilometer lange Strecke beträgt etwa 13 Stunden. Man kann sich aber durchaus auch eine Woche dafür Zeit nehmen. Die besten Ausgangspunkte für Fahrten auf dem Shannon-Erne-Kanal sind entweder Carrick-on-Shannon oder Belturbet. In Leitrim kann man in den Lough Allen „abbiegen“ oder über den Boyle River zum Lough Key schippern.

Zitat aus: Annette Kossow: Iwanowski’s Tipps! für individuelle Entdecker Irland; Vertrieb und Service, Reisebuchverlag, Reisevermittlung, Im- und Export Iwanowski GmbH; 6., aktualisierte Auflage 2004

Karten

Schleusen