Shannon - Erne - Info

Rinnany Island

Rinnany ist ein gälischer Name, der sumpfiges Kap bedeutet. Die Insel liegt nah dem westlichen Ufer des Lough Ree, ungefähr auf halbem Weg zwischen Clawinch und Inchcleraun in der Gemeinde von Kilteevan im County Roscommon. Sie ist durch einen Isthmus mit dem Festland verbunden, der bei Niedrigwasser einen Landzugang zur Insel bildet. Zusammen mit Ufer und Sumpfgebieten ist die Insel um die 50 Morgen groß. Die Existenz eines Crannógs in der Nähe der Landenge weist auf eine sehr frühe Besiedlung in diesem Gebiet hin. Die Volkszählung von 1901 zeigt ein Wohnhaus auf, dessen Haushaltsvorstand Michael Donoghue war. Er lebte dort mit seiner Frau Annie, dem Baby Patrick und der Stieftochter Mary Ann Brennan. Patrick wuchs auf Rinnany auf und heiratete 1946 Bridie. Sie lebten auch die nächsten sechzehn Jahre auf der Insel, während derer sie fünf Kinder bekamen. Dies ist Bridie’s Beschreibung ihrer Erfahrungen: Ich habe Pat 1946 geheiratet; er lebte auf einer Insel im Shannon. Dort haben noch viel mehr Menschen gelebt. Als ich dorthin zog, war es sehr fremd für mich, weil es dort weder ein Geschäft, noch eine Schule oder eine Kirche gab. Wir mussten ein Boot benutzen um zum Festland zu kommen. Mein Schwiegervater lebte mit uns zusammen. Er war ein sehr guter Ruderer und fuhr hin und her wie auf einer Straße. Wir hatten zwei Eselinnen und der alte Mann war versessen nach ihnen. Er hat sie täglich gestriegelt und gefüttert und im Gegenzug klebten sie geradezu an ihm. Dann wurde er krank und der Arzt, der sieben Meilen weit weg lebte, musste auf die Insel gerudert werden um ihn zu versorgen. Wie auch immer, er hat sich nicht wieder erholt und sein Leichnam musste ebenso mit dem Boot aufs Festland gebracht werden, wie die Trauergemeinde. Die beiden Eselinnen folgten dem Trauerzug bis zum Ufer und blieben dort bis er das Festland erreicht hatte. Alle vier Jahre hatten wir die offiziellen Stellen des Ortes bei uns und die Nachbarn vom Festland mussten zu uns gerudert werden. Immer zehn, bis alle da waren. Nach der Messe und dem Frühstück mussten alle wieder zurückgerudert werden. Ich bin oft selbst gerudert, wenn mein Mann mit der Farmarbeit beschäftigt war. Wir hatten 45 Morgen gutes Ackerland, aber in sehr nassen Wintern war es manchmal schlimm überflutet. Wir hatten fünf Kinder, eines starb, und zwei Jungen und zwei Mädchen mussten mit dem Boot zur Schule. Wenn sie abends zurückkamen, musste ich dort sein bevor sie das Ufer erreichten. Ich hatte immer Angst, dass sie ins Wasser gehen und ertrinken könnten. Es ist Gott sei Dank nie passiert. In der Kälte des Winters habe ich es oft nicht geschafft, sie pünktlich rüberzubringen. Oft mussten sie im Winter bis zu zwei Monaten der Schule fernbleiben. Auch der Torf musste in den Mooren auf dem Festland gestochen und – nachdem er getrocknet war – mit dem Boot auf die Insel transportiert werden. Wir waren jedes Jahr furchtbar in Eile den Torf gestochen und getrocknet zu bekommen, bevor der Fluss zu hoch stieg. Ebenso musste das Vieh dazu gebracht werden rüber zu schwimmen, wenn es fertig zum Verkauf war. Einmal hatte ein Farmer zwei Pferde zu verkaufen und sie mussten hinter dem Boot her schwimmen. Unglücklicherweise waren beide Pferde tot, als er die andere Seite erreichte. Alles was er tun konnte, war die Seile abzumachen und die Körper auf den Grund des Shannon sinken zu lassen. Es war ein furchtbar riskantes Leben, besonders für alte Leute. Einmal klopfte ein alter Mann bei uns an. Es war extrem stürmisch und er schaffte es nicht nach Hause. Er war klatschnass und trocknete sich an unserem Feuer. Auch der Packen Geldnoten, die er in der Tasche hatte, trocknete. Er blieb bis zum nächsten Morgen und setzte dann seinen Heimweg fort. Das Leben auf der Insel war sehr hart für mich, mit der Ernte und den Tieren um die ich mich kümmern musste. Genauso wie die Fahrten in die Stadt und die Besuche bei meinen Eltern. All das musste erledigt sein bevor die Kinder aus der Schule kamen, damit ich sie heim rudern konnte. Einmal mussten wir die Insel verlassen und bei meinen Eltern in Roscommon wohnen. Wir haben zwei Monate dort verbracht bis sich das Wetter beruhigt hatte. Mein Mann ist auf der Insel geblieben um sich um das Vieh zu kümmern. Dann kam das Glück des Weges, wir bekamen einen Brief von der Irischen Landbehörde, das wir unsere Farm Tauschen könnten, gegen Landbesitz und ein neues Haus in Mount-Prospect, Fuerty. Wir waren sehr glücklich über diese Neuigkeiten, besonders für die Sicherheit der Kinder und dass sie jetzt normal zur Schule gehen könnten. 1962 begann ein neues Leben für uns. Wir sagten Rinnany Lebewohl und fingen ganz neu an. Vor drei Jahren ist mein Mann gestorben, mit 94 Jahren. Er hat jeden Tag genossen, den er in Fuerty lebte, und er war stolz auf sein neues Haus, das ihm zur Ehre gereichte. Mit diesen Worten beschrieb Bridie einige ihrer Erinnerungen an Rinnany. Später haben sie und ihre Tochter Ann diese noch erweitert und andere Aspekte ihres Lebens auf der Insel diskutiert. Landwirtschaft war natürlich ihre Hauptbeschäftigung. Die Farm bestand offenbar aus vier großen Feldern, von Ann beschrieben als „The Four Green Fields“ – das Punktfeld(?), zwei Mittelfelder und das Nahfeld. Die Bewirtschaftung folgte dem üblichen Muster jener Zeit. Auch Vieh wurde gehalten. Ann erinnert sich an die Zweifel der Nachbarn vom Festland ob die Kühe wegen der Geschwindigkeit, mit der sie abends von den Kindern zum Melken gejagt wurden, soviel Milch gaben! Sie entsinnt sich ans Gürtelmachen, an das Binden der Getreidegarben, an die Ähren auf dem Feld und Stapel auf dem Speicher. Eins der aufregendsten Ereignisse des Jahres war die Ankunft des Dreschers der eine großartige Einfuhr vor dem Einsetzen des Winterregens ermöglichte. In einem Jahr, als die jungen Leute dabei waren die Kornsäcke mit Eseln und Karren nach draußen zu bringen, stürzte der Wagen um und die Säcke landeten auf dem Boden. Glücklicherweise wurden weder Menschen noch Tiere ernsthaft verletzt und der größte Teil des Getreides konnte gerettet werden. Fisch bildete einen wichtigen Bestandteil der Ernährung, aber nicht Forelle und Aal, die sooft mit Lough Ree in Verbindung gebracht werden. Hier waren Barschgewässer und die Fische, die als besonders schmackhaft bekannt sind, wurden in Reusen gefangen. Auch Wildgeflügel war verbreitet und Pat Donoghue, Bridie’s Mann, nutzte sein Gewehr um so manche gesunde Mahlzeit zu beschaffen. Ann erinnert sich an einen frostigen Sonntagmorgen, als ein Wilderer mit Gewehr und zwei Hunden auf seinem Weg zu einem eisbedeckten Punkt der Insel, an der Tür klopfte. Sie erinnert sich lebhaft daran wie er zwei Stunden später tränenüberströmt mit nur noch einem Hund und zurückkam. Der andere Hund war aufs Eis gerannt um einen Vogel zu apportieren, wo er einbrach und unter den Augen seines hilflosen Besitzers versank. Der See fror immer mal zu, manchmal war das Eis einige Fuß dick. Vier junge Männer vom Festland beabsichtigten über das Eis zur Insel zu laufen, schoben aber zur Sicherheit ein Boot vor sich her. Das Eis gab nach und alle vier sprangen in das Boot. Dann mussten sie auf dem ganzen Weg zur Insel das Eis vor dem Boot brechen was sie einige Stunden voll harter Arbeit kostete.

Bridie berichtet in ihrem vorgenannten Text darüber, dass sie die Insel einmal für zwei Monate verlassen musste. Das Hochwasser hatte einen unerwarteten Pegel erreicht und man befürchtete, dass die Insel überflutet werden könnte. Ann erinnert sich an die Aufregung, die herrschte, als der Rettungswagen auf dem Festland wartete um sie und ihre lebensnotwendigen Güter, die sie in aller Eile zusammengesucht hatten, in die Stadt Roscommon zu bringen. Das vielleicht bizarrste Ereignis in der Geschichte der Insel geschah 1949, als ein Flugzeug vom Typ Piper Club auf dem sandigen Ufer landete, das wegen der langen Trockenheit viermal so breit wie üblich war. Der texanische Pilot Sam Pratt war in Begleitung eines Reporters der Irish Times. Man kann die Gefühle des 81jährigen Michael Donoghue nur erahnen, als er ihnen erzählte, wie oft er über das Stück gerudert ist, auf dem sie gerade gelandet waren. Michael starb 1960. Die Familie erinnert sich noch gut an die Totenwache, bei der eine Leiter über einige Fässer gelegt wurde, um eine Sitzgelegenheit für die Leute zu schaffen. Der Trauerzug verließ die Insel mit dem Sarg, der auf dem Dollbord des Bootes ruhte, während der Leichenwagen wartete um ihn auf der Glennon’s Street entgegen zu nehmen. Bridie erwähnte die ergreifende Ehrengarde von zwei weißen Eselinnen am Ufer, die von ihrem geliebten Herrn Abschied nahmen. Glennon’s House war ein Treffpunkt für die Inselbewohner, besonders die von Clawinch, Rinnany und Inchcleraun. Schwester Kathleen Glennon, deren Berufung sie in die Ferne zog, hat uns wertvolle Erinnerungen hinterlassen, an Zeiten, die nie zurückkehren.

Aufwachsen am Ufer des Lough Ree

Von Schwester Kathleen Glennon

Die Erinnerungen an meine Kindheit am Ufer des Lough Ree sind reichhaltig und farbenfroh. Am See groß zu werden gibt einem einen gesunden Respekt vor dem Wasser und Liebe zu ihm. Wasser spielte viele Rollen in unserem Leben. Eine davon war Freizeit. Wir sind geschwommen, haben gepaddelt, nackt gebadet; wir sind mit imaginären Galeonen zu fremden und wundervollen Orten gesegelt; wir haben die untergegangene Stadt auf dem Grund des Sees „gesehen“ und wir haben in den Binsen verstecken gespielt. Sonntage im Sommer waren etwas Besonderes. Nach dem Abendessen nahm uns mein Großvater, ein erfahrener Ruderer, mit zum Boot fahren. Die Nachmittage waren der Würmersuche und der Vorbereitung der Angeln gewidmet. Ich kann mich nicht daran erinnern jemals nur den kleinsten Fisch gefangen zu haben. Mit meinem heutigen verstärkten ökologischen Bewusstsein bin ich froh darüber. Aber wir haben viel gelernt über die Wege des Wassers und das Ökosystem, das es unterstützt. Wir haben die Schwäne bewundert, wie sie mit ihren Jungen majestätisch übers Wasser glitten; wir kannten die Lebensräume der Wasservögel wie Wildenten, Blesshühner, Pfeifenten und Wasserhühner. Wir lernten die Bewegungen der Fische wie Brasse, Barsch, Hecht und Forelle kennen, die Gefährlichkeit der Strudel und Felsen und waren uns der Algen am Grund bewusst. Aber vor allem genossen wir das magische Strömen des Wassers. Diese Bootstouren waren noch aufregender, wenn wir eine der der bewohnten Inseln – Inchcleraun (Quäker), Clawinch, Inchenagh – besuchten. Meine Lieblingsinsel war gemeinhin bekannt als Quäker. Auf dem Weg zu ihrem Hafen zeigte uns mein Großvater den versunkenen Felsen, von dem man behauptete, er habe als Totenbahre für die Särge aufs Festland nach Portrunny gedient. Egal wie oft wir diese Geschichte hörten, wir lauschten ihr mit Ehrfurcht und sahen den Stein auf unserem zwei Meilen langen Weg zum Ufer schimmern. In meiner Jugend haben zwei Familien auf der Insel gewohnt, die Farrels und die Walshs. Die Farrels waren entfernte Cousins und begrüßten uns immer mit selbstgemachtem Johannisbeerkuchen und Stachelbeermarmelade. Während sich die Erwachsenen unterhielten, spielten wir Kinder in den Ruinen der sechs oder sieben Kirchen der Insel. (Eine dieser Kirchen blieb bis heute verborgen.) Die Steinplatten dieser Kirchen waren nicht geschützt, aber wir behandelten sie mit Respekt. Wir erkannten die Komplexität der Muster, die Fähigkeiten der Steinmetze und das Alter ihres Ursprungs. Oft spielten wir Mönche und sangen in selbstgemachtem Latein in den Ruinen der Klöster. Kein Besuch auf Quäker war komplett ohne Pilgerreise zum Felsblock des Fionn Mac Cumhail. Angeblich hat er ihn vom Giant’s Causeway aus nach Clothra, der Schwester der Königin Maeve, geworfen, als sie ihn damit verwirrt hatte nackt geschwommen zu sein. Wir waren immer sehr beeindruckt von den Fingerabdrücken auf dem Felsen. Es schien niemanden zu stören, dass dieses Stück Geschichte anachronistisch ist, dass es unmöglich ist, wenn man die Entfernung sieht. Ich kann mich nur an einen Besuch auf Inchenagh erinnern, obwohl mein Großvater oft dorthin gewandert ist. Drei Familien lebten dort und sie hatten Gärten voller Stachelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren, die Früchte des Paradieses für ein Kind. Clawinch war anders. Die Brennans, die dort lebten, waren unsere nächsten Nachbarn. Maggie Clawinch war die beste Freundin meiner Großmutter. Meine frühesten Erinnerungen drehen sich darum, wie ich mit meiner Großmutter zum Ufer ging und in den trockenen Binsen spielte, während sie mit Maggie über das Wasser hinweg redete. Sie informierte sie über angekommene Briefe oder Pakete, die der Postbote in unserem Haus abgeliefert hatte. Später würde ihr Sohn Pat herübergerudert kommen um sie abzuholen. Maggie kam einmal die Woche zu unserem Haus um bei dem fahrenden Geschäft – wie alle anderen Frauen – ihre Einkäufe zu tätigen, die sie mit dem Geld aus dem Verkauf von Eiern bezahlte. Als ich vier war, verließen Maggie und Pat die Insel und zogen nach Galway. Es war traurig sich von zwei alten Freunden zu trennen. Wir alle vermissten den Verkehr zwischen der Insel und dem Festland. Der See war eine reiche Nahrungsquelle. Im Sommer, wenn unser Brunnen austrocknete, holten wir das Wasser in Fässern vom See. Fisch war ständiger Teil unseres Speiseplans. Im Frühjahr fingen wir Barsche in Netzen. Ich erinnere mich an das Schuppen von Barsch, wie wir ihn unter den Nachbarn verteilt haben – und manchmal gab es sogar Barsch zum Frühstück! Im Sommer dann standen Brassen, Hecht und Forelle auf dem Speiseplan. Ich erinnere mich noch wie meine Großmutter und meine Mutter uns die Knochen des Hechts zeigten. Sie glaubten fest daran, dass diese den Werkzeugen glichen, mit denen Jesus Gekreuzigt wurde – Lanze, Nägel, usw. Mein Großvater fing oft Aal mit einer Art Dreizack. Aale sind fettige Fische, die heute als Delikatesse angesehen werden. Aale haben, ähnlich wie Würmer, die Fähigkeit ihre Lebenskraft in jedem Teil zu behalten, wenn sie zerschnitten werden. Es regt mich immer furchtbar auf die Teile des Aals lebendig in der Pfanne herumzappeln zu sehen. Unter anderen Erinnerungen sind auch solche an die große Kälte von 1947. Mein älterer Bruder und meine Schwestern erzählen gern die Geschichte, über das knappe Entkommen mein Vaters und Pat Brennans. In diesem Winter war der See über Wochen hinweg zugefroren. Das war ein seltenes Phänomen. Das Eis muss wirklich felsenfest gewesen sein, denn Pat und mein Vater radelten eines Abends darauf nach Lanesborough ins Pub. Aber während sie fort waren begann es zu tauen. In unserem Haus begann das Sorgen und Beten des Rosenkranzes für ihre sichere Rückkehr. Nach drei Dekaden (Dekade= Teil des Rosenkranzgebetes, bestehend aus einem „Vater Unser“, zehn „Ave Maria“ und einem „Ehre sei dem Vater“) tönte das Pfeifen meines Vaters durch die Nachtluft und der Rosenkranz war verlassen! In diesem Winter brachten die Männer des Dorfes Lieferungen auf die Inseln, in dem sie ein Boot füllten und über das Eis schoben – immer bereit hineinzuspringen, falls das Eis nachgeben sollte. Unser Haus war das letzte in der Straße, aber ein Stück weiter lebten die Donoghues auf der Halbinsel Rinnany. Bei schlechtem Wetter kamen sie mit dem Boot zur Schule. In einem Winter mit enormem Hochwasser mussten sie aus ihren Häusern evakuiert werden. Kurz darauf zogen sie in ein Haus auf dem Festland. In demselben Winter machte das Hochwasser unsere Straße unpassierbar. Ich erinnere mich lebhaft daran wie meine Eltern „Christmas“ in ein Boot geladen haben um ihn nach Bracknagh zu bringen und von dort mit einem Karren nach Roscomon zum Markt. Der Verkauf von Truthähnen war lebensnotwendiger Teil der Farmwirtschaft. Die Qualität unserer Weihnachtsfeierlichkeiten war abhängig vom Preis für Truthähne. In diesem Jahr kam der Weihnachtsmann per Boot. Wenn ich mich richtig erinnere, war diese Feier die Beste meines Lebens, aber Erinnerung ist selektiv und spielt manchmal Tricks mit den Fakten. Das Leben auf den Inseln war nicht leicht. Ich erinnere mich an die Kinder, die zwei Meilen über den See gerudert sind, dann über die Felder bis zu unserem Haus und noch mal eine Meile bis zur Schule laufen mussten. Bildung hatte ihren Preis. Schönes Wetter hieß Schwimmen oder Vieh in großen Booten von und zum Festland transportieren. Schlechtes Wetter hieß, dass die Bewohner der Insel entweder gut gefüllte Lager hatten oder wochenlang ohne Zucker und Tee auskommen mussten. Das Leben hat sich verändert. Die Inseln haben keine menschlichen Bewohner mehr, das Wasser zeigt Anzeichen von Verschmutzung, der Fischbestand ist erschöpft, die Wildvögel werden selten, aber auf mich übt das geheimnisvolle Wasser meiner Kindheit noch immer den gleichen Reiz aus!

aus:Lough Ree & Its Island; Sean Cahill, Gearoid O’Brien und Jimmy Casey; Three Counties Press Athlone; 2006