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Friars’ Island

Diese Insel in den Inner Lakes, genauer gesagt im Killinure Lough, ist durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Sie hat ihren Namen vom Franziskanerorden, der seit den 30er Jahren des 13. Jahrhunderts dort präsent war.

Nach der Auflösung der Klöster in der Zeit der Reformation hatten die geächteten Mönche von [wiki:orte_am_shannon:a_athlone|Athlone]] ein sehr gefährliches Leben.

Möglicherweise hat sich eine Gruppe von Mönchen unter dem Patronat der Dillons auf Friars’ Island niedergelassen, wo sie um 1626 ein permanentes Kloster gründeten.

Die Geschichte des Ordens in [wiki:orte_am_shannon:a_athlone|Athlone]] ist von Bruder Fergal Grannell O.F.M akribisch erforscht und aufgezeichnet worden. Er identifizierte Bruder Anthony McGeoghegan, geboren in Westmeath, als einen der ersten bekannten Vorsteher der Gemeinschaft von Friars’ Island.

Bruder Gannell identifizierte außerdem einige berühmtere Mönche, die zu unterschiedlichen Zeiten dieser Gemeinschaft angehört hatten. Einer von ihnen war der umstrittene franziskanische Autor Raymond Caron, ein gebürtiger Athloner.

Er identifizierte außerdem die Dillon Brüder aus Killfaughney, Tubberclare. Einer von ihnen, Edward, war 1641 zum Bischof von Achonry ernannt worden, starb aber vor seiner Weihe. Der zweite Bruder, George, hatte schon eine bedeutende Karriere in Irland und Frankreich gemacht, bevor er 1660 erfolgreich das Amt des Bischofs von Elphin einforderte.


Bruder Michael O’Clery

Es gibt eine gut dokumentierte Beziehung zwischen der Gemeinschaft von Friars’ Island und dem Chef der Four Masters, Bruder Michael O’Clery.

Die Isolation der Inselgemeinschaft machte es zu einer idealen Umgebung für einen Schriftsteller und Bruder O’Clery genoss die Gastfreundschaft der Gemeinschaft zu verschiedenen Gelegenheiten. Es war offensichtlich hier, wo die Four Masters 1630 das erste Mal zusammenarbeiteten. Bruder Grannell dokumentiert drei Besuche von O’Clery auf der Insel.

Während seines ersten Besuchs 1628 schrieb er eine Kopie des Lebens des Heiligen Ruadhan ab. Bei seinem zweiten Besuch im folgenden Jahr erstellte er eine Kopie des Lebens des Heiligen Ciaran, des Patrons von Clonmacnoise. Sein dritter Besuch fand im Herbst des Jahres 1630 statt. Dieses Mal hatte er von Toirleach Mac Cochlain den Auftrag eine erläuternde Liste der Monarchen Irlands und einen Stammbaum der irischen Heiligen zu erstellen.

Diese Arbeit war ein Größeres Unterfangen. Das Ergebnis trug den Titel „ Réim Ríoghraide na hÉireann agus Seanchas a Naomh“. O’Clery wurde auf Friars’ Island von drei ausgebildeten Chronisten unterstützt. Fearfeasa O’Maolchonaire aus dem County Roscommon, Cuchocriche O’Clery aus Donegal und Cuchocriche O’Duigeannain aus Leitrim – diese vier Gelehrten sind der Nachwelt als die Four Masters bekannt.

Grannell kommt zu dem Schluss, dass O’Clery 1636 noch einmal auf der Insel war. Zwei Manuskriptfragmente, die der Gemeinschaft gehört hatten, wurden vom damaligen Hüter, Bruder Anthony O’Daly 1639 an Sir James Ware abgegeben beziehungsweise verkauft und befinden sich heute gut erhalten in der Bodleian Library in Oxford.

Die Dillons, Patrone der Gemeinschaft von Friars’ Island, waren in die Nachwirkungen der Ulster Rebellion von 1641 verwickelt. Sir James Dillon hatte die Brücke von Athlone blockiert, um die Leinsterseite gegen die bewaffneten Truppen von Viscount Ranelagh (Roger Jones), den Präsidenten von Connaught, zu schützen.

Als Ormond Verstärkung nach Athlone schickte, um in das Dillon-Territorium von Kilkenny West einzudringen, war Sir James gezwungen sich ins County Longford zurückzuziehen. Friars’ Island wurde von der englischen Garnison aus Athlone überrannt und die Mönche tauchten unter. Sie mögen sichere Häuser in der Umgebung gefunden haben, da einige von ihnen gute Beziehungen vor Ort besaßen.

Wie auch immer, ihre Zeit im Exil war relativ kurz und innerhalb von zwei bis drei Jahren wurde der Orden in Athlone wieder etabliert, wo er bis 1648 eine blühende Gemeinschaft von 18 Brüdern bildete, die in der Stadt lebten und arbeiteten.

aus:Lough Ree & Its Island; Sean Cahill, Gearoid O’Brien und Jimmy Casey; Three Counties Press Athlone; 2006