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Clonmacnoise Castle

Von Kieran O’Connor und Conleth Manning
Erschienen in: Clonmacnoise Studies; Volume 2; Seminar Papers 1998; Edited by Heather A. King

Einleitung

Clonmacnoise ist in Irland sicherlich einer der größten kirchlichen Orte des frühen Mittelalters und es gibt einen Reichtum an Ruinen von Kirchen, Kreuzen und verzierten Cross-Slabs, die an diesem Ort aus dieser Zeit bestehen geblieben sind. Mit Recht waren und sind diese reichhaltigen Ruinen der Blickpunkt wissenschaftlicher Aufmerksamkeit.

Es gibt auch vieles in Clonmacnoise, welches gerade für Gelehrte der spätmittelalterlichen Periode von Interesse ist. Dazu gehört auch zum Beispiel die Kirche gleich südöstlich der Kathedrale; „Temple Melaghlin“ entstand um 1200 herum. Die Kathedrale selbst, hauptsächlich ein Bauwerk des 10. Jahrhunderts, wurde oft umgebaut und so hat sie viele Merkmale aus der Zeitspanne von 1200 bis ins 15. Jahrhundert. Das Bestehen dieser spätmittelalterlichen Arbeiten in Clonmacnoise findet in den ganzen Ausstellungen, die man im Besucherzentrum von Clonmacnoise finden kann, jedoch keine Erwähnung. Erstaunlicherweise wird das große Anglo-Normannen Castle, welches sich etwa 200 Meter westlich der Hauptgebäude von Clonmacnoise befindet, ebenfalls weder in den Ausstellungen noch im Videovortrag genannt. Das deutet ebenfalls darauf hin, dass Clonmacnoise für die Öffentlichkeit nur der ausschließlich frühmittelalterliche Ort sein soll.

Der Zweck dieses gemeinsamen Papiers ist es, die bestehen gebliebene Ruine des Castles zu untersuchen und zu zeigen, dass Clonmacnoise als archäologischer Komplex den Studenten des Spätmittelalters viel zu bieten hat.


Die Geschichte


Das Castle von Clonmacnoise vom Rundturm von Clonmacnoise aufgenommen.


Im Jahre 1214 war das Bauwerk des königlichen Castles von Clonmacnoise ein Teil einer konzentrierten Anstrengung des „Chief Governors of Ireland“ (Obersten Gouverneurs von Irland), um die Midlands bis zum Shannon zu kontrollieren und um die Gegner in dieser Gegend zu verdrängen, möglicherweise mit einer langfristigen Hilfe durch das siegreichen Connacht. In den Midlands waren zu dieser Zeit die Hauptgegner der Anglo-Normannen die andersdenkenden gälischen Dynastien. Im Jahre 1208 zerstörte Muirchertach Ua Briain, der erste Cousin des Königs von Thomond, die Castles von Birr, Kinnitiy und Lorrha. Laut einer späteren gerichtlichen Untersuchung führten diese Ereignisse zur Errichtung des Castle bei Roscrea im Jahre 1213. Weiter nördlich überfielen die Söhne von Art Ua Máel Sechlainn seit 1207 Anglo-Normannische Siedlungen. Einer dieser Söhne mit Namen Cormac nahm Delvin Mac Coghlan von den Siedlern gefangen und er besiegte den „Chief Governors of Ireland“ (Obersten Gouverneurs von Irland) und Justiciar John de Grey, Bischof von Norwich. Eine Vereinigung von gälischen Lords besiegte dann Cormac. Dieser war allerdings sehr schnell wieder auf dem Schlachtfeld zurück und schlug im Jahre 1213 erneut die Anglo-Normannen vernichtend. Dieses Jahr sah die Ankunft einen neuen „Chief Governors of Ireland“ (Obersten Gouverneurs von Irland), Henry of London und nachdem er Roscrea befestigt hatte, schlug er Muirchertach Ua Briain. Im Jahre 1214 wurde Cormac, der seine Überfälle fortgesetzt hatte, von einer großen Anglo-Normannischen und Irischen Armee geschlagen und er wurde von Delvin Mac Coghlan verbannt. Die Anglo-Normannen errichteten anschließend ein Castle bei Clonmacnoise. Auch befestigten sie erneut die Castles von Kinnity, Birr und Durrow. Cormac war weit davon entfernt, geschlagen zu sein und im Jahr, als das Castle von Clonmacnoise noch nicht fertig gestellt war, „verschleppte er seine Beute, die aus Kühen bestand, aus dem Castle von Cluain und besiegte die Ausländer des Castles“.

Anscheinend wurde das Castle nicht zerstört oder eingenommen. Auf den Bau des Castles bezog man sich ebenfalls in den Regierungsdokumenten, als im Mai 1216 der König den Justiciar beauftragte, dem Bischof von Clonmacnoise Schadenersatz zu zahlen „für sein Land, welches dazu benötigt wurde, das Castle von Clonmacnoise zu befestigen, für seine gefällten Obstbäume, seine Kühe, Pferde, Ochsen und Haushaltsutensilien, die weggebracht wurden.“

Trotz des jetzt bestehenden Castles gingen die Brände von Clonmacnoise weiter. Im Jahre 1223 brannten Clonmacnoise und viele Kleinodien, zusammen mit zwei Kirchen. Es ist nicht bekannt, ob dieser Brand nun ein Unfall war oder absichtlich gelegt wurde. Bei dem Hinweis in „the Annals of Clonmacnoise“ (den Annalen von Clonmacnoise) auf das Jahr 1227 ist es jedoch klar ersichtlich, dass die Brände absichtlich gelegt wurden. In diesem Fall legte der Sohn von Domnall Bregach mac Máel Sechlainn in Clonmacnoise dreimal innerhalb eines Quartals Feuer. Cormac mac Airt Ua Máel Sechlainn, der das Castle im Jahr 1214 angegriffen hatte und der den Anglo-Normannen in diesem Gebiet ein Dorn im Auge war, wurde im Jahr 1226 gefangen genommen, als er „zusammen mit seiner Frau , seinem Pflegevater und seinem Stewart in einem bestimmten Haus in Clonvicknose (Clonmacnoise) lag“, allerdings „löste er sich und den Rest mit seinem Geld aus und konnte so ihren Händen entkommen“. Er starb im Jahr 1239 und die Nachricht über seinen Tod wird folgendermaßen in „the Annals of Clonmacnoise“ (den Annalen von Clonmacnoise) wiedergegeben:

„Cormack mc Art O’Melaughlen, der Prinz, der zu seinen Zeiten die Engländer am meisten verärgerte und behinderte und als er noch lebte der nächste Nachfolger des Königreiches von Meath und der unter den Engländern litt, starb schnell in seinem Bett, ohne Kampf oder Streit, in Inisdowginn, oberhalb des Flusses Suck.“

In den offiziellen Aufzeichnungen gibt es neben dem Hinweis auf den Bau des Castles nur noch drei weitere Hinweise in den Jahren 1221, 1224 und 1233 auf das Castle und alle beziehen sich auf die Bewachung des Castles oder seine Übergabe, wenn ein neuer Justiciar ernannt worden war. Im Jahre 1224 wurde Richard de Tuit mit der Bewachung des Castles beauftragt, wofür er im Jahr ₤20 erhielt. Nach 1233 sind keine Hinweise auf das Castle mehr zu finden. Man weiß nicht, wann es nicht mehr gebraucht wurde. Aber, unter Verwendung der Aufzeichnungen der königlichen Anordnungen über die Ernennungen der Bischöfe von Clonmacnoise als ein Maßstab, kann man andeuten, dass sowohl der königliche Einfluss auf Clonmacnoise und demzufolge auch die staatliche Kontrolle des Castles noch bis zum Jahr 1324 vorhanden waren. Auf Probleme wurde bereits im Jahr 1288 hingewiesen, als Bischof Gilbert sein Amt niederlegen musste, nachdem er durch einige „Söhne der Verdammnis“ geblendet worden war. Und im Jahre 1289 konnten keine Einnahmen aus den Seeländern aufgrund des offenen Postens durch „the Escheator of Ireland“ eingesammelt werden, da diese Länder unkultiviert unter den Iren lagen“.

Der letzte Bischof, der vom Justiciar feierlich in sein Amt eingesetzt wurde, war im Jahre 1290 William Ua Dubthaigh. Und im Jahr 1324 gab es ein königliches Pardon, welches „der Kapitelversammlung von Clonmacnoise gewährt wurde, da sie ohne königliche Genehmigung einen Bischof gewählt hatten“. Das ist der letzte Hinweis auf eine königliche Beteiligung am Bistum. Dieses weist zusammen mit anderen Hinweisen auf das gälische Wiederaufleben in dieser Gegend darauf hin, dass das Schloss von den Iren übernommen wurde und dass es am Ende des 13. Jahrhunderts beziehungsweise am Anfang des 14. Jahrhunderts teilweise abgerissen wurde.

Die südwestliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise mit der gefährlich balancierenden Süewestecke. Das Aussehen des Castles hat sich nach der ersten Illustration von Jonas Blaymires im Jahr 1783 fast nicht verändert. Er hatte das Castle vom Norden aus beziehungsweise von der Flussseite aus betrachtet. Die einzigen offensichtlichen Unterschiede zu dem, was bis heute bestehen geblieben ist, sind, dass die Ost- und die Nordmauern des inneren Bereichs anscheinend höher waren und dass die Öffnung in der Mitte der Nordmauer von ihm als Bogen dargestellt wurde. Vorher war es wahrscheinlich nur ein Riss in dem unteren Teil der Mauer, jetzt ist aus ihm aufgrund der Absenkung der Mauer ein kompletter Durchbruch geworden. Neben einer Ansicht von Beranger nach Foster stammen die nächst früheren Ansichten aus dem frühen 19. Jahrhundert. Diese zeigen gewöhnlich die Ruine von der Südseite aus, um den Blick auf die sich neigende, südwestliche Ecke zu lenken, die sowohl damals als auch heute so gefährlich balanciert. Die Ansichten, die aus bestimmten Blickwinkeln entstanden, weisen darauf hin, dass der östliche Giebel des Torturmes bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch stand und das es am östlichen Ende seiner Südmauer einen Kamin gab.






Die Lage

Das Castle befindet sich auf dem niedrigen Ost-West Esker, beziehungsweise auf einem natürlichen Höhenrücken gleich neben dem linken Ufer des Shannon, der an der nördlichen und nordwestlichen Seite des Castles vorbeifließt. Eine sichelförmige Bucht des Flusses erscheint neben „the Barbican“ (der Barbakane) auf der westlichen Seite des Castles. Diese Bucht ist der beste natürliche Hafen, den man entlang dieses Flussabschnitts des Shannon finden kann (persönlicher Kommentar von Donal Boland).


Ein Plan von Clonmacnoise Castle, der sowohl die Erd- als auch die Mauerwerküberreste zeigt. Eine Luftaufnahme von Clonmacnoise Castle von Sven Neubert.
Ein Plan von Clonmacnoise Castle, der sowohl die Erd- als auch die Mauerwerküberreste zeigt. Eine Luftaufnahme von Clonmacnoise Castle von Sven Neubert.


Beschreibung des Castles

Innerer Bereich und „Hall-Keep“ (Hallen-Bergfried)

Die Mauerelemente des Castles bestehen aus „the Hall-Keep“ (dem Hallen-Bergfried) mit einem sich daran anschließenden inneren Bereich, der in der nord-westlichen Ecke einen Torturm hat. Der rechteckige Hallen-Bergfried befindet sich auf der inneren Seite des südlichen Erddamms, welcher an diesem Punkt sehr hoch und breit ist. Den angrenzenden inneren Bereich verlässt man auf einer viel niedrigeren Ebene. In der Tat befindet sich die niedrigste Erdgeschoss-Ebene innerhalb des Hallen-Bergfrieds 3,6 Meter oberhalb der heutigen Geländeoberfläche des inneren Bereichs. Der Eingang zum ersten Stock des Hallen-Bergfrieds befindet sich 6,7 Meter oberhalb der Ebene des inneren Bereichs und man hatte nur durch „the Forebuilding“ (ein Forebuilding ist ein vorstehendes Verteidigungsbauwerk, welches den Eingang zum Bergfried oder anderen Gebäuden vor einem Angriff schützt - Frontgebäude) einen Zugang zum Hallen-Bergfried. Heute hat sich das Frontgebäude allerdings von seiner ursprünglichen Position entfernt.


„Hall-Keep“ (Hallen-Bergfried)

Die östliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise. Es ist ein rechteckiger Bau mit einer langen Mittellinie, die eine Ost-West-Ausrichtung hat. Das Gebäude ist außen gemessen circa 18 Meter lang und 11 Meter breit (ausgenommen der Eckenvorsprünge), die Mauern sind 1,98 bis 2 Meter dick. Die gesamte Ostmauer und das meiste der Südmauer bestehen heute nicht mehr, während sich die gesamte südwestliche Ecke nicht mehr auf ihrem Fundament befindet, sondern sich in einem Winkel an die Reste der Westmauer anlehnt. Die Umgebung ist von einigen großen Mauerstücken der Ost- und Südmauer übersät, einige befinden sich auf den Boden des umgebenen Wassergrabens. Die größten Teile, die bestehen geblieben sind, sind die Nord-West-Ecke und der westliche Abschnitt der Nordmauer. Diese blieben sogar bis zur Dach- und Brüstungsebene bestehen. Diese Überreste zeigen aber auch, dass das Bauwerk nur zwei Stockwerke hoch war.

Außen hat der Hallen-Bergfried an allen vier Ecken flache „Pilaster Buttresses“ (Pilaster-Strebepfeiler). Diese sind an beiden Seiten 2,82 Meter breit und sie stehen von der Hauptmauer aus gesehen 0,63 Meter hervor. Sie haben keine Basissteigung, die Flächen der Hauptmauern jedoch schon und diese Steigungsabschnitte, die nur 0,63 Meter breit waren, gaben dem Bauwerk einen rechteckigen Grundriss auf der Geländeebene des Abhanggrundes. Die Nordwand unterscheidet sich vom Rest. Das setzt sich auch mit der niedrigsten Ebene fort, in Vergleich zu der vom inneren Bereich. Das höchste Niveau des Abhangs auf dieser Seite beginnt ebenfalls bei einem niedrigeren Nivea, circa 3,1 Meter oberhalb des Bodens des inneren Bereiches. Der niedrigste Punkt des Abhangs befindet sich dort, wo die Mauerflächen wieder vertikal werden und mit den Eckstrebepfeilern bündig sind und er misst 1,7 Meter oberhalb des Bodens des inneren Bereichs.


Eine Zeichnung des Hallen-Bergfrieds und des inneren Bereichs. Ein Grundriss der Mauerelemente des Castles. Hier gibt es einen Höhenunterschied von 3,6 Metern zwischen dem heutigen niedrigsten Niveau des Hallen-Bergfriedes und dem des inneren Bereiches und des Torturmes. Der gesprenkelte Bereich stellt die noch sichtbaren Mauern dar. Die modernen Reparaturarbeiten werden durch die starke Kreuzschraffur gekennzeichnet.
Ein Grundriss der ersten Etage des Hallen-Bergfriedes und des Torturms. Das Niveau der ersten Etage des Torturmes ist bedeutend niedriger als das des Hallen-Bergfriedes, während das Element der Westmauer des inneren Bereiches, welches auf diesem Plan gezeigt wird, irgendwo dazwischen anzufinden ist. Eingefügt wurde auch der Plan der zweiten Etage des Torturmes. „The Forebuilding“ (das Frontgebäude) und die Südostecke des Hallenbergfriedes wurden mittels der gestrichelten Linie rekonstruiert. Eine Zeichnung des Hallen-Bergfrieds und des Vorgebäudes.


Das Erdgeschoss des Hallen-Bergfriedes, welches 14 mal 6,7 Meter misst, hat keinen externen Zugang. Man erreichte es vom ersten Stock aus mittels einer Wendeltreppe, die sich in der nordwestlichen Ecke befand. Der teilweise verschüttete und heute abgerissene Zugang zu dieser Treppe befindet sich am nördlichen Ende der Westmauer. Der sich hier befindliche Vorraum wurde durch einen Lichtschlitz in der Außenfläche beleuchtet. Dieser Lichtschlitz ist bis heute erhalten geblieben. Die Überreste einer Fensterlaibung kann man am südlichen Ende der Westmauer ausfindig machen, teilweise befindet sie sich im bestehen gebliebenen Abschnitt der Westmauer und teilweise in der sich anlehnenden Ecksektion, die sich von ihrem ursprünglichen Ort entfernt hat. In der östlichen Seite desselben großen Eckbrockens kann man Hinweise auf eine Fensterlaibung am westlichen Ende der Südmauer entdecken. Auf diesem Niveau kann man nur noch wenig über die Süd- beziehungsweise Ostmauer feststellen, abgesehen von Anzeichen einer weiteren Fensterlaibung am nördlichen Ende der Ostmauer, setzt die Nordseite der Ostmauer die Linie der Innenfläche der Nordmauer fort. Auf dieser Ebene gibt es in der Nordmauer Hinweise auf zwei Fensterlaibungen, in beiden Fällen befand sich hier ein einzelner schmaler Lichtschlitz. Bei der östlicheren der beiden Fensterlaibungen ist der untere Teil des Lichtschlitzes bestehen beblieben. Bei dem anderen Lichtschlitz wurde in letzter Zeit die westliche Laibung repariert. Dieser Lichtschlitz entstand vor der Idee, ein gemauertes „Forebuilding“ (Frontgebäude) zu errichten. Das ist ganz sicher, da das „Forebuilding“, welches eine zweitrangige Bedeutung hatte, diesen Lichtschlitz völlig blockiert. All diese Fensterlaibungen beweisen „plank-centring” (die zentrierende Verschalung), die hier zur Anwendung kam.

Die Wendeltreppe führte im Uhrzeigersinn zur ersten Etage und dann bis zum Dach. In der Dachverkleidung findet man Abdrücke von Bohlen. Der Zugang zur ersten Etage liegt ein paar Schritte vom Treppenschacht entfernt und die Öffnung selbst besitzt eine zweite unbekannte Verriegelung. Diese Verriegelung ist heute nicht mehr vollständig vorhanden, für ihren Bau wurde aber guter Mörtel verwenden und anscheinend entstand sie, als sich das Castle noch in Benutzung befand. Die erste Etage wurde von großen Holzstützbalken getragen. Die dafür benötigten Aufnahmelöcher (bis zu 1,2 Meter tief) sind immer noch in der Nordmauer sichtbar. Auf dieser Ebene befindet sich ebenfalls ein Vorsprung von 0,25 Metern. An der Südmauer gibt es keinen Vorsprung und die Aufnahmelöcher für die Bodenstützbalken im bestehen gebliebenen Abschnitt sind nicht sehr tief (circa 0,30 Meter). Diese wurden teilweise durch in der Längsrichtung verlaufendes Holz gestützt, welches sich direkt an der Oberfläche der Mauer befand und welches 0,16 Meter breit und 0,11 Meter hoch war. Der Hauptstützbalken wurde in der Mitte zusätzlich von einem weiteren langen, nach Ost-West ausgerichteten Stützbalken getragen. Sein Aufnahmeloch (0,33 Meter hoch, 0,30 Meter breit und 0,53 Meter tief) befindet sich in der Westmauer. Die Eingangstür in der Nordmauer besitzt einen Segmentbogen an der Rückseite und an seiner Ostseite befindet sich ein Zugstangenloch. Alle Pfostensteine sind nicht mehr vorhanden. Auf dieser Ebene gibt es auch Hinweise auf Fenster: eines befindet sich am östlichen Ende der Nordmauer; ein weiteres in der Westmauer und noch ein weiteres am westlichen Ende der Südmauer. Das letzte Fenster, welches man in dem sich anlehnenden Mauerbrocken findet, besitzt Anzeichen auf einen Fenstersitz, der 0,40 Meter hoch und 0,40 Meter tief ist und bei dem ein behauener Pfostenstein vorhanden geblieben ist. Dieser Pfostenstein wurde nach außen hin abgeschrägt und mit einer Falz für einen inneren Fensterladen versehen. Er gehörte vermutlich zu einem einfachen Lanzettfenster.

Auf der Dachebene hatten die Treppen ein „Caphouse“ (Caphouse - ein kleines Häuschen am oberen Ende der Treppe eines Turms beziehungsweise Geschützturms, von welchem man Zugang zur Brüstung, die um das Dach herum führt, hat – ein Durchgangshaus), welches teilweise bestehen geblieben ist. Über „the Caphouse“ (das Durchgangshaus) hat man Zugang zum nördlichen Wehrgang. Hier findet man Überreste einer Brüstung, die 0,62 Meter breit ist und die bis zu einer maximalen Höhe von 0,62 Metern bestehen geblieben ist. Ohne Ausgrabung der Maueroberflächen ist es schwierig zu verstehen, wie das Dach getragen wurde. Scheinbar gibt es aber circa 0,60 Meter unterhalb der Wehrgang-Ebene Anzeichen für Stützbalken-Aufnahmelöcher. Ebenfalls gibt es innerhalb der Westmauer, dort, wo sie an „the Caphouse“ (das Durchgangshaus) angrenzt, eine rechteckige Aushöhlung, die scheinbar ein Auslass für Wasser vom Dach war. Die Südwestecke besteht aus einem massiven Mauerblock, um einen Geschützturm zu formen, der sich an der Nordwestecke dem Durchgangshaus anpasst. Aufnahmelöcher für Stützbalken in diesem Geschützturm und in der angrenzenden Mauer geben Hinweise auf eine hölzerne Hurde. Wenn dies der Fall sein sollte, dann reichte diese nicht um die Nordmauer herum.


„The Forebuilding“

„The Forebuilding“ (Forebuilding ist ein vorstehende Verteidigungsbauwerk, welches den Eingang zum Bergfried oder anderen Gebäuden vor einem Angriff schützt - Frontgebäude) ist ein rechteckiges Bauwerk, welches sich vor dem Eingang zum „Hallen-Bergfried“ befindet. Von hier aus hatte man Zugang zum Eingang. Aufgrund von Unterspülungen ist das Bauwerk mit der Zeit abwärts gerutscht und es hat sich auch etwas zur Seite geneigt. Dadurch sind genaue Untersuchungen nach dem Zweck des Bauwerkes schwierig. Zugang zum Bauwerk hatte man mittels einer Treppe, die sich an der Ostmauer des inneren Bereichs befand. „The Forebuilding“ (das Frontgebäude) betrat man dann über einen Eingang, welcher sich in seiner Westmauer befand. In der Ostmauer des Frontgebäudes gab es zwei Löcher für die Gegengewichte, die 0,32 Meter breit waren, der Zugbrücke. Mittels der Zugbrücke konnte man den Zugang zum „Hallen-Bergfried“ kontrollieren. Allerdings gab es hier wohl Probleme mit dem Niveau. So erreichte die Treppe an der Westmauer des inneren Bereiches nur eine Höhe, die sich weit unterhalb der Ebene des Haupteinganges befand. Auch konnte die Brüstungsmauer nur diese untere Ebene beschützen. Aus diesem Grund gab es entweder eine steile Treppe zum Eingang des Frontgebäudes oder die Zugbrücke bestand nicht aus einer flachen Plattform sondern aus einer hölzernen Treppe.

Die Mauerarbeiten zum Frontgebäude sind ganz klar erst nach dem steinernem Castle entstanden, da das Frontgebäude einen Lichtschlitz im Erdgeschoss des Hallen-Bergfrieds komplett verdunkelt. Das Bauwerk wurde an die Oberfläche und die Neigung der Nordwand gebaut und es wurde nur an ein paar etwas höher gelegenen Punkten mit dem Hauptgebäude verbunden. Aus diesem Grund rutschte das Frontgebäude auch vom Hauptgebäude weg, als es unterspült wurde. Ursprünglich hatte der Hallen-Bergfried eine hölzerne Treppe, über die man Zugang zu ihm hatte.


Die nördliche Ansicht mit dem Eingangsbereich des Castles von Clonmacnoise.
Oben: Ansicht von Clonmacnoise Castle von Südosten her. Man sieht vor dem Hallen-Bergfried das abgerutschte Frontgebäude. Unten: die passende Zeichnung zur Verdeutlichung dazu.
Die gedrehte Zeichnung des Hallen-Bergfrieds und des Vorgebäudes.


Der innere Bereich

Die Ost- und Nordmauer des inneren Bereichs sind eben und sie sind jeweils 1,55 Meter und 1,06 Meter dick. Der 2 Meter breite Durchbruch in der Mitte der Nordmauer ist erst später entstanden, er ist kein Originalmerkmal. Da diese zwei Mauern nicht besonders hoch bestehen geblieben sind, gibt es keinerlei Anzeichen auf Wehrgängen. Wenn aber die Nordmauer einen Wehrgang besessen hätte, dann wäre der sicherlich aus Holz gewesen, da es ansonsten zu eng gewesen wäre.

Die Westmauer blieb bis zur Brüstungsebene bestehen. Die angebauten Steintreppen führten von ihrer Mitte aus in entgegen gesetzte Richtungen: die in Richtung Süden führte zu dem „Forebuilding“ (Frontgebäude) und zur Brüstung und die in Richtung Norden führte zur ersten Ebene des „Gate-Tower“ (Torturms). Diese Mauer verschmälert sich abrupt von 1,55 Meter Dicke in ihrer südlichen Hälfte zu 0.76 Meter Dicke in ihrer nördlichen Hälfte. Die Brüstung entlang der nördlichen Hälfte der Mauer muss aus Holz bestanden haben und zwei Aufnahmelöcher für Stützbalken, welche die Mauer durchdringen, könnten eine außen gelegene Hurde entlang des schmalen Bereiches der Mauer getragen haben. Im südlichen Abschnitt der Brüstung gibt es Anzeichen auf zwei Durchbrüche: der untere Teil eines tiefen, sich nach außen hin breiter werdenden Lichtschlitzes, der dem Hallen-Bergfried am nächsten liegt und eine Schießscharte weiter westlich. Beide Durchbrüche überblicken den Eingang von „the Barbican“ (der Barbakane).


“The Gate-Tower” (der Torturm)

Obwohl dieses Gebäude klein ist, ist es doch faszinierend und kompliziert und seine Interpretation wird nicht gerade durch die Tatsache unterstützt, dass seine gesamte Nordostecke nicht mehr vorhanden ist. Seine ursprüngliche Türschwellenebene befand sich ungefähr einen Meter unterhalb des heutigen Erdgeschosses und es befand sich auf einem niedrigerem Niveau als die südliche Hälfte des inneren Bereiches. Der Turm ist beinahe rechteckig und seine längere Längsachse ist nach Ost-West ausgerichtet. Der Turm steht von der Linie der West- und Nordmauer des inneren Bereiches hervor und sein Eingang befindet sich in der östlichen Hälfte seiner Nordmauer. Dieser ist nur 1,62 Meter breit. Ein Zugstangenloch befindet sich in seinem westlichen Pfosten gleich oberhalb des Erdbodens. Aufgrund seiner Breite war dies anscheinend ein Eingang lediglich für Fußgänger, dies ist auch ein Anzeichen dafür, dass ein Zugang zum inneren Bereich für Pferde und Fahrzeuge nicht vorgesehen war. Der Zugang wendet sich anscheinend fast sofort nach Osten, da die Überreste von dem, was wahrscheinlich eine Türöffnung war, eine leichte Falz in der Linie der inneren Fläche der Nordmauer des inneren Bereichs bilden. Ein winziger Durchbruch befindet sich unter der Außentreppe zur ersten Ebene gleich vorne bei der nördlichen Fassade der äußeren Öffnung.

Im westlichen Bereich dieses Gebäudes findet man auf dieser Ebene eine kleine rechteckige Kammer, 1,20 mal 2,65 Meter, die keine Öffnungen in ihren Mauern hat. Das deutet darauf hin, dass es sich hierbei um einen Kerker handelt. Einen Zugang zum Kerker gab es wohl nur über eine Falltür, die sich im Holzboden der ersten Etage befand.

Der erste Stock wurde nicht unterteilt und formte so eine rechteckige Kammer, die man über die südliche Außentreppe betreten konnte. Hier blieben der westliche Pfosten der Tür und eine Sicherungsöffnung für die Zugstange bestehen. Oberhalb des Einganges, im östlichen Ende der Nordmauer, befindet sich ein spitzer Lichtschlitz in einer schmalen Fensterlaibung. Ein schlichter, rechteckiger Lichtschlitz befindet sich am nördlichen Ende der Westmauer. Das äußere Oberteil des letzteren ist quadratisch und es ist eine Falz für einen äußeren Blendenverschluss. Die Überreste dieses Lichtschlitzes bestehen aus groben Steinen und wenn das Oberteil ursprünglich ist, dann könnte dies aus einer Kirche entwendet worden sein oder es ist ursprünglich für eine Kirche vorgesehen gewesen. Im südlichen Ende der Westmauer befindet sich ein kurzer Durchgang, der zu einem Aborterker (Abtritterker) führte, der über die Ecke zwischen dem Turm und der Westmauer des inneren Bereichs gesetzt wurde. Der Aborterker wurde durch einen schmalen Lichtschlitz in der Westmauer beleuchtet. Der Schlitz für den hölzernen Abortsitz ist heute immer noch sichtbar, er zeigt, dass die Planke des Sitzes 0,50 Zentimeter dick war.

Die zweite Ebene des Torturmes wurde durch einen Lichtschlitz beziehungsweise ein Fenster im Westgiebel beleuchtet, welches jetzt nur noch eine zackige Öffnung ist. Oberhalb dieser Öffnung, abermals im Westgiebel, ist ein Lichtschlitz zu erkennen, der heute größtenteils blockiert ist. Die zweite Ebene wurde anscheinend entweder über den Wehrgang der Westmauer des inneren Bereichs oder mittels einer Leiter vor der Fassade der ersten Ebene betreten. Alte Zeichnungen zeigen einen Schornstein in der Westmauer, welcher entweder einen Kamin in der ersten Ebene oder in der zweiten Ebene versorgt hatte.


Der Torturm des Castles von Clonmacnoise. Unten kann man einen Teil des Tores erkennen. Oberhalb des Tores befindet sich ein spitzer Lichtschlitz.
Das Fenster im Westgiebel des Torturmes. Oberhalb des Fensters kann man den Lichtschlitz erkennen.
Der Torturm des Castles von Clonmacnoise. Unten kann man einen Teil des Tores erkennen. Oberhalb des Tores befindet sich ein spitzer Lichtschlitz. Das Fenster im Westgiebel des Torturmes. Oberhalb des Fensters kann man den Lichtschlitz erkennen.


Der äußere Bereich

Der äußere Bereich befindet sich im Norden und Nord-Westen des aus Stein errichteten inneren Bereichs und des Hallen-Bergfrieds. Der äußere Bereich besteht aus einer annäherungsweise rechteckigen Einfriedung mit einer maximalen inneren Größe von 38 Metern in Nord-Süd-Richtung und 48 Metern in Ost-West-Richtung. Dieser Bereich wird durch einen 7,8 Meter bis zu 20 Meter breiten Erddamm und durch einen äußeren Graben, der teilweise immer noch nass ist, auf seiner östlichen, nördlichen und westlichen Seite begrenzt. An den größten Teil der südlichen Seite dieses Bereiches grenzt der steinerne Torturm und die Nordmauer des inneren Bereiches.

Der die östliche, nördliche und westliche Seite umgebene Damm dieser Einfriedung erhebt sich 1 bis 3,6 Meter über das Innere dieser Anlage und 2,2 bis 5,6 Meter über die äußere Bodenfläche. Der äußere Bereich entstand anscheinend, in dem man den größten Teil der Oberseite des natürlichen Esker beziehungsweise des Schotterhöhenrückens, ausgehoben hatte, so dass Clonmacnoise Castle darauf gebaut werden konnte, und dann hat man den Abraum von dieser Operation auf den sich ergebenen Damm platziert, um diesen zu erhöhen.

Eine Luftaufnahme vom Castle von Clonmacnoise mit dem es umgebenen Erddamm und Graben. Der umgebene Graben, welcher sich um die östliche, nördliche und westliche Seite des inneren Bereichs und des Hallen-Bergfriedes herum fortsetzt, hat eine grundlegende Breite von 9 bis 10 Metern und er ist unterhalb von „the Barbican“ (der Barbakane) im Westen ungefähr 0,7 bis 1,7 Meter tief und er befindet sich im Osten 0,5 bis 1,0 Meter unter der natürlichen Bodenebene. Auffällig ist, dass die gesamte Nordost-Ecke dieses Grabens zum Fluss Shannon offen ist. Wie schon oben bemerkt, ist der Wassergraben an einigen Stellen immer noch nass. Sicher ist, dass die Wassertiefe des Grabens vor den Arbeiten, die von „the Shannon Navigation“ im 19. Jahrhundert ausgeführt wurden und bevor er natürlich versandete, viel größer war.

Auch steht fest, dass der größte Teil der Erdarbeiten des äußeren Bereichs durch Kaninchen und andere Tiere über die Jahrhunderte hinweg zerklüftete. Nichtsdestotrotz kann man immer noch bestimmte Merkmale innerhalb der Einfriedung erkennen. Der umgebene Damm um die Grenze des äußeren Bereichs herum erweiterte sich an seinen Ecken und an seinen Seiten in große, künstlich eben gemachte Bereiche. Mindestens vier von diesen ebenen Bereichen kann man noch erkennen. Außerdem verläuft im Inneren der Einfriedung ostwestlich eine zigarrenförmige Senke unbekannten Datums, die acht Meter lang, 3 Meter breit und 0,8 Meter tief ist.

Der ursprüngliche Zugang zu diesem äußeren Bereich wird durch eine fünf Meter breite Aussparung im nördlichen Damm dieser Einfriedung gekennzeichnet. An diesem Zugang grenzte ein rundes, halbrundes beziehungsweise achtförmiges Bauwerk, welches heute zu seiner östlichen Seite hin durch einen Erddamm abgegrenzt wird. Diese Aussparung für den Zugang führt zu einer drei Meter breiten Berme an der Unterseite des nördlichen Dammes und diese Berme liegt zwischen letzteren Damm und dem Graben des Castles.


„The Barbican“ (die Barbakane)

Die Erdarbeiten unterhalb und westlich des äußeren Bereiches deuten anscheinend die Überreste einer Barbakane an, die die Annäherungslinie zur eben genannten Einfriedung verteidigte. Diese Barbakane selbst wird auf ihrer Nordseite durch den Shannon und auf der gesamten westlichen Seite durch die Bucht des Flusse, die oben schon angesprochen wurde, beschützt. Die natürliche Annäherungslinie zu dieser Barbakane ist vom Süden her.

Die gesamte südliche Seite wird durch einen gekrümmten Damm, einen Graben und einen Steilhang, welcher von dem breiten Graben des Castles aus genau westlich zum Ufer der Bucht und des natürlichen Hafens verläuft, beschützt. Dieser Damm ist 6,0 bis 10 Meter breit und heute befindet er sich 1,35 bis 1,7 Meter oberhalb des Inneren der Barbakane und 1,7 bis 2,0 Meter oberhalb seiner äußeren Basis. Das westliche Ende dieses Dammes wurde anscheinend in der Vergangenheit herausgebrochen. Der ursprüngliche Eingang zur Barbakane wird heute von einer 4 bis 5 Meter breiten Aussparung in diesem Damm gekennzeichnet, welche zu einem erhöhten Fußweg jenseits des Grabens führt. Dieser Graben hat eine grundlegende Breite von 4,0 bis 4,6 Metern und der Grund des Grabens befindet sich heute 0,3 bis 1,0 Meter unterhalb der natürlichen Geländeoberfläche hier. Anscheinend war der westliche Teil dieses Grabens ursprünglich größtenteils mit Wasser gefüllt.

Die gesamte östliche Seite der Barbakane wird durch den Graben des äußeren Bereichs beschützt. An dem nordöstlichen Punkt der Einfriedung der Barbakane verläuft ein weiterer Graben, der beim Graben des äußeren Bereichs beginnt und beim Shannon mündet. Dieser relativ kurze Graben ist heute 4,0 Meter breit und 0,3 bis 0.7 Meter tief. Heutzutage ist er sehr versandet, ursprünglich war er aber sicherlich mit Wasser gefüllt.

Ingesamt zeigen die Beschreibungen, dass, als die Erdarbeiten im März 1998 untersucht wurden, die Barbakane aus einem stiefelförmigen Bereich besteht, welcher die maximalen Ausmaße von 90 Metern nordsüdlich und 25 bis 46 Meter ostwestlich hat. Anscheinend schrumpft und verbreitert sich die trockene Fläche der Barbakane über das Jahr hinweg, welches vom Wasserpegel des Flusses abhängig ist. Weiter ist es möglich, dass die Barbakane vor den Arbeiten, die von „the Shannon Navigation“ im 19. Jahrhundert ausgeführt wurden, aus einer kleineren Fläche bestand. Schlicht gesagt war der Wasserpegel des Flusses früher höher als heute und während des Mittelalters standen die größten Teile der westlichen und nördlichen Seite der Barbakane meistens unter Wasser.


„The Outworks“ (die Verteidigungsaußenanlagen)

Wie schon beschrieben, erstreckt sich der Graben des äußeren Bereichs rund um die östliche, südliche und westliche Seite des inneren Bereichs und des Hallen-Bergfrieds. Hier hat der Graben eine grundlegende Breite von 13 Metern. Ein massiver Erddamm befindet sich rings um den gesamten Rand dieses Grabens herum. Dieser Damm hat überall eine Breite von 14 bis 23 Metern und er erhebt sich einerseits zwischen 2,8 bis 6,0 Meter oberhalb der Basis des Grabens und andererseits 1,2 bis 7,0 Meter oberhalb der äußeren Geländeoberfläche. Entlang dieser Dammoberseite gibt eine D-förmige Erweiterung auf seiner südlichen Seite. Diese befindet sich gegenüber der Südwest-Ecke des Hallen-Bergfrieds. Auf diesem breiten Abschnitt des Dammes kann man die Überreste der neueren „cultivation ridges“ (Bearbeitungskanten) erkennen.


Zusammenfassung

Clonmacnoise Castle wurde im Auftrag des Justiciars, dem „Chief Governor“ der englischen Krone in Irland, im Jahre 1214 errichtet, um die lokalen irischen „Septs“ unter Kontrolle zu bringen (Sept - englisches Wort für eine Untergruppe einer Familie, besonders einer Untergruppe eines Clans), um den immer noch wichtigen kirchlichen Ort und Zentrum der Bevölkerung zu beherrschen und um einen Stützpunkt gegen feindliche Einfälle in der Provinz Connacht zu haben. Die vorhandenen historischen und architektonischen Hinweise deuten an, dass das Castle von den Iren entweder in den letzten Jahren des 13. Jahrhunderts oder eher wahrscheinlich im frühen 14. Jahrhundert teilweise abgerissen wurde. Das Castle diente nach dem letzteren Datum anscheinend nicht als Befestigungsanlage. Clonmacnoise ist ein klassisches Beispiel für ein Castle, welches gleichzeitig Verteidigungsanlagen aus Stein und Holz hatte. Überall in England und Irland gibt es viele Beispiele solcher Castles aus Mauerwerk, die beachtliche Außenverteidigungsanlagen und Bereiche, die vollkommen aus Holz- und Erdarbeiten bestanden, hatten.


Zitat aus: Clonmacnoise Studies; Volume 2; Seminar Papers 1998; Edited by Heather A. King; published by Department of the Environment, Heritage and Local Government; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga


Die verschiedenen Ansichten des Clonmacnoise Castles
Die nördliche Ansicht mit dem Eingangsbereich des Castles von Clonmacnoise. Die nordöstliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise.
Die nördliche Ansicht mit dem Eingangsbereich des Castles von Clonmacnoise. Die nordöstliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise.
Die östliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise.
Die südliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise.
Die östliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise. Die südliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise.
Die südwestliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise mit der gefährlich balancierenden Süewestecke.
Das Castle von Clonmacnoise vom Rundturm von Clonmacnoise aufgenommen.
Die südwestliche Ansicht des Castles von Clonmacnoise mit der gefährlich balancierenden Süewestecke. Das Castle von Clonmacnoise vom Rundturm von Clonmacnoise aufgenommen.