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Fenagh - alias Fiodhnacha Maighe Réin, alias Cnoc na Ríg


Der Ort Fenagh.

Die frühen Tage

Von den frühesten Zeiten an ist der Ort Fenagh in der Geschichte vertreten. Es wird gesagt, dass die Fomorians, einer der frühesten kolonisierenden Volksstämme Irlands, auf ihrem Rückzug von der Schlacht von Magh Tuireadh in der Umgebung von Fenagh abgefangen wurden. Neun von ihren Chieftains wurden getötet und dort begraben, was heute als „the Townlands of the Commons“ bekannt ist.

Der erste historische Beleg von Fenagh, der niedergeschrieben wurde, erschien im Jahre 464 in „the Annals of the Four Masters“ (den Annalen der vier Meister). Hier wurde schriftlich belegt, dass Fenagh der Schauplatz des Todes eines Conall Gulban war, dem Sohn von „Niall of the Nine Hostages“ (Niall der neun Geiseln). Er wurde bei Fenagh begraben und man glaubt, dass „the Cromlech“ (der Kromlech) auf dem Grundstück von John Pat McGovern im Townland von Fenagh Beg, seine Ruhestätte kennzeichnet.



Zur Info: Kromlech
Kromlech [auch -lɛk; zu walisisch crom »Kreis« und llech »flacher Stein«], Cromlech, Anlagen kreis- oder halbkreisförmig aufgestellter Steinplatten oder -blöcke (Monolithe) kultischen Charakters; in Westeuropa (z. B. in Avebury und Stonehenge) bedeutender Bestandteil der Megalithkulturen.

Quelle: http://lexikon.meyers.de/meyers/Kromlech



Der nächste große, wichtige Punkt in der Geschichte von Fenagh war die Ankunft von St. Caillín. Etwas Zuverlässiges über St. Caillín schreiben zu können, scheint eine gefährliche Aufgabe zu sein. Es scheint, dass Caillín ein Mitglied vom Stamm der Conmaicne war, der hauptsächlich rund um Dunmore in der Grafschaft Galway lebte. Er wurde in der ersten Hälfte des sechsten Jahrhunderts geboren. Der Stamm der Conmaicne erweiterte seinen Einfluss beträchtlich und eroberte die meisten Teile von „South Leitrim“ (Süd Leitrim) und von der Grafschaft Longford. Anhand dessen siedelte sich Caillín rund um Fenagh an. Laut der Überlieferungen verursachte seine Ankunft ein ziemliches Aufsehen bei den einheimischen heidnischen Priestern und Druiden, aber wenn man mal von solchen Überlieferungen absieht, scheint es so, dass er Frieden mit dem einheimischen Chieftain Fergna schloss. Er gründete eine religiöse Gemeinde und er baute ein Kloster. Der Bau war wiederum laut den Überlieferungen mit einigen Schwierigkeiten verbunden.


Die verschiedenen Namen von Fenagh

Durch die Geschichte hindurch war Fenagh unter verschiedenen Namen bekannt: Dun Conaing, Dun Gaire, Dun Baile, Bearna in Braith und Fenagh. Jeder von diesen Namen hat seine eigene Geschichte und Abstammung. Das Wort Fenagh oder Fiodhnach kommt von „fidh“, das heißt waldig und da Fenagh von Wald umgeben war, wurde es so genannt. Es gibt auch Belege, dass es gerade im 17. Jahrhundert beträchtliche Wälder um Fenagh herum gab, wie es vom Dichter Padraig Og Mac an Bhaird 1688 geschildert wird.


“Faraois togtha an fiodh fós
D'on tseigh is uasal ard nós”

(Its woods moreover is a choosen haunt
Of the noble minded hawk)

(Seine Wälder ferner sind der auserkorene Lieblingsplatz
Vom edel denkenden Falken)

Bis zum Jahr 1836 waren diese Wälder verschwunden. Der Historiker O’Donovan bemerkte, dass dieser Ort baumlos, trostlos kahl und verlassen wäre.


Die Glocke von St. Caillín

Die Glocke von St. Caillín. Im Jahre 1224 findet man wieder Hinweise auf Fenagh in den Annalen, als ein Unglücksfall bei Fenagh erwähnt wird. Hier wird auch zum ersten Mal „Clogh na Righ“ (Bell of the Kings – die Glocke der Könige) beziehungsweise die Glocke von St. Caillín aufgeführt. „The Book of Fenagh“ (das Buch von Fenagh) nennt beide Namen – die Glocke von St. Caillín, weil sie dem genannten Ehrenmann gehörte und „Clogh na Righ“ (Bell of the Kings – die Glocke der Könige), weil sie bei der Kindstaufe von vielen Königen eingesetzt wurde. In Übereinstimmung mit dem allgemeinen Ton in „the Book of Fenagh“ (dem Buch von Fenagh), welches als Hauptzweck die Erfassung der Abgaben für das Kloster Fenagh hatte, wird erläutert, dass, wenn sich die Chieftains den Trägern der Glocke näherten, sie verpflichtet waren, Abgaben anhand von ergebenen Segenssprüchen zu zahlen – das Ausbleiben der Zahlungen brachte großes Unglück!

Der Körper der Glocke besteht aus Bronze, ihre Öffnung ist vollkommen kreisrund, mit einem Durchmesser von 4,37 Zoll (1 Zoll = 2,54 cm), dies entspricht ebenfalls die Höhe der Glocke. Der Klöppel der Glocke besteht aus Eisen und es scheint, dass sie wahrscheinlich ursprünglich eine Handglocke war, obwohl sie heute Anbauten besitzt, die es ermöglichen, sie in einen Rahmen zu setzen. Experten datieren die Glocke auf um 1100 herum, so kann es nicht möglich sein, dass sie St. Caillín gehörte – auch ist es unwahrscheinlich, dass viele Herrscher getauft wurden.





Coarabs

Viele andere Hinweise in den Annalen betreffen die Coarabs von Fenagh. Die Position der Coarab war eine vererbbare, die in der gleichen Familie für unzählige Generationen beibehalten wurde. Der Coarab war der Laienvorsteher oder Aufseher von dem Land, das einer Kirche oder einem Kloster gehörte. In den frühen Jahren erhoben sie erhebliche Gebühren von Prinzen und von den niederen Adligen, welche Heilige oder Gründer von kirchlichen Orten als Schutzpatronen würdigten und die das Privileg genossen, auf einem Ort wie Fenagh bestattet werden zu können.

Die Coarabs von Fenagh waren Mitglieder der Familie O’Rodachain beziehungsweisse O’Rodaighe, der erste von ihnen, Sean, starb 1377. Es war einer von dieser Familie, welcher das berühmte Manuskript der Gemeinde in Auftrag gab – „the Book of Fenagh“ (das Buch von Fenagh).


Das Buch von Fenagh (Book of Fenagh)

„The Old Book of Caillín“ (das alte Buch von Caillín) wurde vermutlich zwischen 1350 und 1400 geschrieben. Es ist bekannt, obgleich keine Kopien dieses Manuskriptes heute noch existieren, dass es nur aus ein paar Gedichten bestand, der Verfasser ist unbekannt. Bis es verloren ging, war es inm Besitz des Coarabs von Fenagh.

Im Jahre 1516 beauftragte der Coarab zu dieser Zeit, Tadgh O’Rodaighe, den Schreiber Muirghis MacPhaidin O’Maolchonaire, „the Old Book of Caillín“ (das alte Buch von Caillín) zu kopieren und umzugestalten. Das entstandene Werk von O’Maolchonaire ist „the Book of Fenagh“ (das Buch von Fenagh). Die Gedichte wurden aus „the Old Book of Caillín“ (dem alten Buch von Caillín) kopiert, während prosaische Stücke hinzugefügt wurden, die das Werk von O’Maolchonaire und Brian und William O’Rodaighe waren. Brian und William O’Rodaighe waren die Brüder von Tadgh O’Rodaighe, für den das Manuskript gefertigt wurde.

Da O’Maolchonaire völlig im Interesse des Klosters schrieb, welches den Heiligen als seinen Gründer beanspruchte, konnte er seine Schrift nicht auf Tatsachen zurückführen – so dehnte er die Tatsachen da aus, wo es im besten Interesse des Klosters war. O’Maolchonaire tat das reichlich mit seinen prosaischen Stücken und möglicherweise auch mit einigen, aber nicht vielen der Gedichte, die Caillín selbst zuzuordnen sind. In sehr kurzer Zeit - das Buch gab die mannigfaltigen Versprechungen der Chieftains wieder - dehnten sich Ortsansässige in vielen Teilen Donegals aus, angefeuert von Caillín und dem Segen, den er ihnen spendete. Diese Versprechungen mussten kontinuierlich eingelöst werden, und Abgaben mussten gezahlt werden, oder Caillín würde seine göttliche Fürbitte zurücknehmen und böse Schicksale würden diese Stämme heimsuchen.

Das Buch wurde vollständig auf Irisch geschrieben und es war bis in das frühe 19. Jahrhundert im Besitz der Familie O’Rodaighe in Fenagh, als es dem letzten direkten Vertreter der Familie, Brian (Bernard) O’Rodaighe, der Gemeindepriester in Kilronan war, bis zu seinem Tod im Jahre 1840 gehörte.

Schließlich wurde es für 10 Guineen an „the Royal Irish Academy“ (die Königlich Irische Akademie) von Dublin verkauft. Drei weitere Kopien der ursprünglichen Handschrift existieren noch, sie sind jedoch nicht vollständig. Es wurde ins Englische übersetzt und erst 1875 und dann wieder 1939 veröffentlicht.


Zitat aus: http://homepage.eircom.net/~stcaillins/fenagh_book_files/fenagh_gaa_story.htm, Fenagh the GAA Story, by Padraig Leyden, Copyright – 1985; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga.


Fenagh Abbey


Die Abbey von Fenagh.

Das ursprüngliche Kloster von Fenagh wurde von St. Caillín, einem Schüler von St. Colmcille im späten sechsten Jahrhundert gegründet. Es wurde als Ort des Lernens gefeiert und das klösterliche Leben könnte bis ins späte Mittelalter fortgesetzt worden sein, als die zwei Kirchen, die nun auf diesem Gelände stehen, gebaut wurden. Umfangreiche Erdarbeiten um die beiden Kirchen herum, geben möglicherweise die Anlagen einer frühen Erschließung wieder.

Die Südkirche – die Abbey – besitzt ein schönes Ostfenster aus dem 14. Jahrhundert, es ist eines der herrlichsten in Irland. Beide Kirchen, die Abbey und die Nordkirche, haben über ihren westlichen Enden steinerne Gewölbe, oberhalb dieser könnten ursprünglich Wohnräume gewesen sein.

Die O’Roddy’s waren Coarbs von Fenagh (Wächter, die für die Verwaltung zuständig waren), dies war ein Titel, der vererbt wurde. 1516 gab Tadhg O’Roddy das Anfertigen von „the Book of Fenagh“ (dem Buch von Fenagh) in Auftrag. Dieses war eine Kopie eines Manuskriptes, das angeblich von St. Caillín selbst stammte, und es enthielt sowohl Hinweise auf seine Wunder als auch Einzelheiten über den Besitz und die Rechte des Klosters. Die O’Roddy’s waren auch die Wächter der Glocke von St. Caillín.


Zitat aus: Informationstafel am Eingang zum Gelände der Fenagh Abbey; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga.


Wegbeschreibung

Von Ballinamore nach Fenagh (5,3 Kilometer Entfernung)
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Bilder von Fenagh

Die Abbey von Fenagh. Die Nordkirche, die zweite Kirche neben der Abbey von Fenagh. Die Abbey von Fenagh mit dem angrenzenden Friedhof.
Das Fenster der Abbey von Fenagh. Die Innenansicht der Abbey von Fenagh. Die Innenansicht der Abbey von Fenagh mit einer Treppe ins obere Stockwerk.
Verschiedene Ansichten vom Kopf am Giebel der Abbey von Fenagh (jeweils mit Vergrößerung).
Gräber auf dem Friedhof neben der Abbey von Fenagh. Eine Grabplatte an der Abbey von Fenagh.