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Galloon Island

Das südliche Ufergebiet des Upper Lough Erne ist ein Labyrinth aus Wasserstraßen und kleinen Inselchen und Galloon ist eines davon. Das Wort Galloon bedeutet „fork of the pool” beziehungsweise “fork of sorrow” (Verzweigung des Teiches) oder (Scheideweg des Bedauerns), welches passend in Hinsicht auf das Massaker von „the Bloody Pass“ (dem blutigen Pass) ist.

„The Bloody Pass“ (der blutige Pass) kann man von Galloon aus sehen. Er liegt im Süden von Inishfendra.

Man erreicht die Insel über eine Brücke. Folgt man der Straße, so gelangt man sowohl zu einem Anleger mit Parkplatz als auch zu einem alten Friedhof.


Der Anleger von Galloon Island.


Der Friedhof ist alles, was von dem im 6. Jahrhundert von St. Tierney (dem heiligen Tigernach) gegründeten Kloster noch erhalten ist. Auf dem Friedhof befinden sich gemeißelte Schäfte von zwei Steinkreuzen, die man bis in das späte 9. Jahrhundert beziehungsweise bis zum Anfang des 10. Jahrhunderts zurückdatieren kann. Die Kreuzschäfte sind teilweise sehr verwittert und auf ihnen sind nur noch schwer Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament zu erkennen. Diese Szenen zeigen im Einzelnen:

  • die Opferung des Isaak
  • die Taufe Jesu
  • die Anbetung der Heiligen Drei Könige
  • Paulus und Antonius in der Einsiedelei von einem Raben gespeist

Diese verzierten Kreuzschäfte deuten darauf hin, dass das ursprüngliche „Monastery“ (Kloster) wohl ein Wohlhabendes gewesen war. Tiefe Einkerbungen am oberen Rand der Schäfte zeigen an, wo der fehlende Teil des Kreuzes einmal eingefügt war.

Neben diesen Kreuzschäften gibt es eine Reihe runder Grabplatten aus dem 18. Jahrhundert, die die gleichen Symbole der Vergänglichkeit des Lebens (Totenkopf, gekreuzte Knochen, Glocke, Buch und Stundenglas) tragen wie die Grabsteine in Aghalurcher und in Clones, was die besondere Verbindung zwischen diesen drei Orten nicht nur zu Zeiten St. Tierneys, sondern auch in einer viel späteren Epoche deutlich macht. Diesen Brauch brachten wohl schottische Siedler im 17. Jahrhundert mit ins Land.


Bilder vom Friedhof von Galloon Island
Das Tor zum Friedhof auf Galloon Island. Das im Efeu versteckte Friedhofsschild.
Das Tor zum Friedhof auf Galloon Island. Das im Efeu versteckte Friedhofsschild.
Der Friedhof von Galloon Island.
Der Friedhof von Galloon Island.
Der westliche Kreuzschaft. Er ist 1,32 m hoch. Schaftmaße sind 35 cm x 27 cm. Die Basismaße sind 1,10 m x 90 cm und sie ist 45 cm hoch. Der andere Kreuzschaft mit einer Grabplatte davor.
Der westliche Kreuzschaft. Er ist 1,32 m hoch. Schaftmaße sind 35 cm x 27 cm. Die Basismaße sind 1,10 m x 90 cm und sie ist 45 cm hoch. Der andere Kreuzschaft mit einer Grabplatte davor.
Grabsteine, die Symbole der Vergänglichkeit des Lebens (Totenkopf, gekreuzte Knochen, Glocke, Buch und Stundenglas) tragen. Grabsteine, die Symbole der Vergänglichkeit des Lebens (Totenkopf, gekreuzte Knochen, Glocke, Buch und Stundenglas) tragen.
Grabsteine, die Symbole der Vergänglichkeit des Lebens (Totenkopf, gekreuzte Knochen, Glocke, Buch und Stundenglas) tragen.
Grabsteine, die Symbole der Vergänglichkeit des Lebens (Totenkopf, gekreuzte Knochen, Glocke, Buch und Stundenglas) tragen. Grabsteine, die Symbole der Vergänglichkeit des Lebens (Totenkopf, gekreuzte Knochen, Glocke, Buch und Stundenglas) tragen.
Grabsteine, die Symbole der Vergänglichkeit des Lebens (Totenkopf, gekreuzte Knochen, Glocke, Buch und Stundenglas) tragen.
Eine Säule als Grabstein. Ein weiterer Grabstein auf dem Friedhof.
Eine Säule als Grabstein. Ein weiterer Grabstein auf dem Friedhof.
Grabstein der Familie McMahon. Grabstein der Familie Fitzpatrick.
Grabstein der Familie McMahon. Grabstein der Familie Fitzpatrick.
Grabstein von Judith MacVinney. Links der Grabstein der Familie McDonagh, rechts der der Familie Vesey.
Grabstein von Judith MacVinney. Links der Grabstein der Familie McDonagh, rechts der der Familie Vesey.
Eine verwitterte und mit Moos bedeckte Grabplatte. Ein verwitterter und mit Moos bedeckter untere Teil eines Grabsteines.
Eine verwitterte und mit Moos bedeckte Grabplatte. Ein verwitterter und mit Moos bedeckter untere Teil eines Grabsteines.
Blick vom Friedhof auf den Upper Lough Erne. Blick vom Friedhof auf den Upper Lough Erne.
Blick vom Friedhof auf den Upper Lough Erne.


St. Tierney (der heilige Tigernach) gründete im frühen 6. Jahrhundert sein Kloster auf Galloon Island. Er war nach hierher vor der Lobhudelei der Menschen und vor seinem Großvater geflohen, der andere Pläne mit ihm hatte. Er ging später weiter, um das Kloster von Clones zu gründen und er hinterließ Galloon in der Hand von St. Comgall. St. Tierney starb 549. Man spricht von einer Anzahl von Wundern, die er vollbracht haben soll.

1247 hatten die Maguire ein Gästehaus auf Galloon. Zu dieser Zeit gab es am Lough Erne die gängige Sitte, die Pilger, die zum Lough Derg unterwegs waren, zu beherbergen. 1306 verlor die klösterliche Kirche an Bedeutung. 1442 wurde die Gemeinde von Galloon im Register von Primas Pene als „the Plebs of Dartraye“ (die Plebejer von Dartraye) bezeichnet und manchmal wurde sie in späteren Dokumenten als „Galloon, alias Dartery“ aufgeführt.

Im Jahre 1450 ging Thomas Maguire, der Clan Chef, auf eine Pilgerfahrt nach Rom. Eine Pilgerfahrt wurde von vielen von ihnen unternommen, gerade wenn man älter wurde und wenn man das Gefühl hatte, dass der Sensemann nach einem greifen würde. In seiner Abwesenheit ging Donagh Maguire zu Thomas Maguires Haus in Knockninny und tötete dessen Sohn Cathal. Später wurde Donagh als Gefangener von Edmond Maguire nach Galloon gebracht und dort hackte Edmond ihm eine Hand und einen Fuß ab, um den Mord an Cathal zu rächen.

Zur gleichen Zeit passierten abscheuliche Dinge in Aghalurcher Church. Es war wirklich eine sehr blutrünstige Zeit. Das Ende der Herrschaft der Maguiere in Fermanagh bedeutet das Ende der Gemeinde von Galloon. Die Kirche wurde 1622 das erste Mal als Ruine beschrieben.

1854 musste Vater Clarke, der vielgeliebte Priester der Gemeinde von Galloon nach Amerika fliehen, nachdem er eine Hochzeitszeremonie zwischen der Protestantin Ann Jones und dem Katholiken Pat Teague vollzogen hatte. Das war nach dem „Penal Laws“ (dt.: Strafgesetze; speziell gegen Katholiken gerichtete Gesetze des 18. Jahrhunderts, die eine volle Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zumindest erschwerten, oft sogar unmöglich machten) strafbar. Er hatte aber eine große, ihm ergebene Anhängerschaft. Unter ihnen befand sich auch die Familie Goodwin. So versprach Lord Erne von Crom Castle James Goodwin von Teevenagh, dass er alles haben könnte, wenn er das Boot von Crom gegen die Crew der Saunderson in einem der vielen Rennen zum Sieg segeln würde. James Goodwin gewann und er bat Lord Erne um die Wiedereinsetzung von Vater Clarke, was auch im Jahr 1861 passierte. Vater Clarke starb 1876. In der St. Mary Kirche von Newtownbutler gibt es eine Gedenktafel für ihn.

Wegen ihrer idealen Position im See war Galloon immer sehr nützlich bei der Herstellung und beim Schmuggeln von „Poteen“ (Schwarzgebrannter Whisky). Butler, der 1740 einen Führer zum Lough Erne geschrieben hatte, bemerkte dort:

„Es gibt weder Bierschenken noch Gasthöfe auf dieser Straße (von Belturbet nach Enniskillen), jedoch bot jedes Haus „aqua vita“ (Lebenswasser) oder Whisky zum Verkauf an, welcher bei seinen Bewohnern außerordentlich angesehen ist. Gewöhnlich nahmen sie ihn vor einer Mahlzeit zu sich. Um ihn angenehmer zu machen, füllten sie ihn in einen Becher aus Eisen und gaben Zucker, Minze und Butter dazu, dann wurde er für eine Weile gekocht. Dann füllten sie damit ihre viereckigen Kannen, die sie „meathers“ nannten. Daraufhin tranken sie hintereinander aus diesen Kannen. Sie tranken das „aqua vita“ (Lebenswasser) bis zum Rausch und sie wurden hinterher weder krank noch beeinträchtigte es ihre Gesundheit.

Weder die Steuereintreiber noch die „polis“ (an garda síochána – Irlands landesweiter Polizeiservice) waren aufgrund des ausgeklügelten Systems von Personen, die Schmiere standen, jemals rechtzeitig vor Ort, um irgendeinen Schwarzbrenner beziehungsweise Schmuggler gefangen nehmen zu können, und so hatten die Einheimischen immer die Nase vorn.“

Die Schmuggelei wurde besonders nach der Etablierung der Grenze im Jahre 1922 regsamer. Die meisten Menschen stimmten darin überein, dass das Getränk der Versuch war, die harten Zeiten, die die Menschen aushalten mussten, auszuradieren. „The poteen“ (der schwarz gebrannte Whisky) diente aber auch dem Mann und dem Tier als Allheilmittel. So konnte man ihn auftragen, um eine Muskelzerrung zu behandeln oder man konnte ihn trinken, um einen bösen Magen zu beruhigen oder um Schmerzen in der Brust oder Steifigkeit überall im Körper zu behandeln. Man sollte noch einmal über den Satz „und niemals beeinträchtigte er ihre Gesundheit“ nachdenken. Der wesentliche Bestandteil des Lebens in der Nähe der Grenze bestand darin, dass man alles und jeden, was auch immer einen schnellen Gewinn versprach, schmuggelte: Tee, Butter, Rasierklingen, Ammoniaksulfate als Düngemittel und vieles mehr.

Die Brücke von Galloon wurde im Jahr 1927 befürwortet und die Kosten von £7,000 wurden unter der Regierung und dem Kommunalrat aufgeteilt. Die Menschen von den fünf Bezirken der Insel hatten jedoch das Land abzugeben!


Die Brücke von Galloon Island.


Zitat aus: From Ballyjamesduff to Ballyshannon; a Guide to the River Erne; An Erne Heritage Tour Guide by John Cunningham & Vicky Herbert; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga und auch aus: Heiliges Irland; Reiseführer zu den frühchristlichen und prähistorischen Stätten Irlands; von Cary Meehan; Zweitausendundeins Verlag; 1. Auflage, Juli 2006


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