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Cleenish Island

Cleenish Island oder „The Sloping or Slanting Island“ (die abschüssige oder die sich neigende Insel) ist sehr interessant. Neben den Angelstegen gibt es dort einen alten Friedhof innerhalb einen der Ráths, der alle Historiker fasziniert. Man glaubt, dass es einer der ältesten in der Gegend ist, der bis in die Mitte des 6. Jahrhunderts zurückdatiert werden kann.

Zu dieser Zeit wurde die Kirche und das Kloster von St. Sinnell MacMianaig (Sohn von Manacus bzw. Maynacur) gebaut. St. Sinnell MacMianaig war ein Jünger von Finian of Clonard und er wurde als einer der „Twelve Apostles of Erin“ (Zwölf Apostel von Erin) bezeichnet.

Die „Twelve Apostles of Erin“ (Zwölf Apostel von Erin) waren ein vornehmer Bund von Arbeitern und Lehrern, deren Schüler in die gesamte Welt zogen und Irland so zu dem Namen „Island of Saints und Scholars“ (Insel der Heiligen und Gelehrten) verhalfen. Einer ihrer berühmtesten Schüler war Columbanus.

Das Kloster lehrte verschiedene Sprachen und Schriften, genauso wie Geschichte, Geometrie, Kunst und Dichtkunst und es hatte ein barsches Regime. Auch St. Finton (oder St. Finian) lebte hier achtzehn Jahre lang.

Viele der Steine wurden 1790 entfernt, um dann zum Bau anderer Gebäude wieder verwendet zu werden. Zu diesen Gebäuden gehören die Kasernen in Enniskillen, in denen sich heute die Polizeistation befindet und das Fort auf dem „Cole’s Hill“ (Cole’s Hügel).

Es blieben aber auch zwei Steine bestehen. Einer ist ein Konsolenstein der alten Kirche, wahrscheinlich aus dem zwölften Jahrhundert und der andere ist eine gewaltige Steinplatte mit einer runden Rückseite, welche wahrscheinlich ein Fenster- oder Türsturz war.

Diese beiden Steine sind bis heute hier vorhanden und wunderschön anzusehen, auch wenn sie in Laufe der Jahre durch die Verwitterung anders aussehen, als sie Mary Rogers in ihrem Buch „Prospect of Erne“ (die Aussicht auf den Erne) beschrieb oder wie sie Dean Henry 1794 zeichnete.

Dean Henry beschrieb den aus Stein gehauenen Kopf wie folgt:

„Das Haar ist eigenartig verflochten, ein bisschen nach der Mode der Bärte wie auf drei der Köpfe auf dem Sims des Turms von Devenish.“

Die Oberseite des Steins über dem Kopf ist nicht waagerecht ausgerichtet, als wenn sie extra gewinkelt wurde, um den Giebel zu stützen. Auf dem Friedhof gibt es zwei Kreuz-Platten der früh-christlichen Art.

Der Gottesdienst wurde nach 1620 von Cleenish zur Kirche in Bellanaleck verlegt, aber an die Ruinen eines Glockenturms mit einer Spiraltreppe aus Stein in seinem Inneren konnte man sich noch bis in die 1830er Jahre erinnern.

Wenn man in Enniskillen ist, sollte man sich die „Cleenish Heads“ ansehen, die dem Museum des „Convent of Mercy“ (Kloster der Barmherzigkeit) von Enniskillen gespendet wurden. Hier gibt es zwei Köpfe aus Stein, die nicht ganz lebensgroß sind. Sie befanden sich eine zeitlang in dem Besitz des Gemeindepriesters von Cleenish, der sie dann an das „Convent of Mercy“ (Kloster der Barmherzigkeit) weitergab, als er starb.

Sie sind eindrucksvoll und sie erinnern uns an den Kopfkult der vorchristlichen Zeit, als die Köpfe der Feinde, die in der Schlacht abgetrennt wurden, dem Sieger noch extra Kraft und ein langes Leben versprachen.


Cleenish Island
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Zitat aus: From Ballyjamesduff to Ballyshannon; a Guide to the River Erne; An Erne Heritage Tour Guide by John Cunningham & Vicky Herbert; frei aus dem Englischen übersetzt von Inga