Shannon - Erne - Info

Navigation auf dem Shannon

Allgemeines

Grundsätzlich ist die Navigation auf dem Shannon, seinen Seitenflüssen und Seen sehr einfach und Sie werden sich schon nach wenigen Stunden auf Ihrem Cruiser wie zu Hause fühlen. Folgende Punkte sollten Sie bei Ihrer Urlaubsreise auf dem Shannon unbedingt befolgen bzw. beachten: Entgegen dem Autoverkehr gilt für Wasserstraßen Rechtsverkehr. Stromabwärts fahrende Boote haben grundsätzlich Vorfahrt, doch nehmen Sie diese Regel bitte nicht als allgemein bekannt hin - wie Sie wissen, gibt es in Irland keinen Bootsführerschein. Die Fahrrinnen sind im großen und ganzen klar durch Bojen markiert, die jedoch häufig, besonders auf den großen Seen, nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen sind.

Stromaufwärts und in Buchten sollten Sie die roten (runden) Markierungen immer auf Backbord (der linken Seite) des Cruisers haben, die eckigen schwarzen Bojen auf Steuerbord (der rechten Seite), stromabwärts umgekehrt. Vorsicht bei Einfahrt in Seitenarme oder Kanäle - hier ändert sich häufig die Fließrichtung, je nachdem ob das Gewässer in den Shannon mündet oder vom Shannon abfließt. Im Erne-System sind die Bojen dem internationalen Standard entsprechend rot/weiß halbiert, wobei die weiße Hälfte die linke bzw. rechte Begrenzung der Fahrrinne darstellt. Grundsätzlich hat bei der Navigation immer die Markierung auf dem Fluß Vorrang vor der Seekarte, da häufig im Winter alte Bojen ersetzt werden und neue dazukommen. Bitte lassen Sie sich also nicht durch Bojen verwirren, die auf der Seekarte, die Sie auf Ihrem Cruiser finden, nicht eingezeichnet sind. Besonders auf den beiden großen Seen, dem Lough Ree und dem Lough Derg, schwimmen zudem zahlreiche Segelregatta-Bojen (meist gelb-orange) sowie in den Uferbereichen zahlreiche private Mooring Bojen zum Festmachen privater Boote.

Nachtfahrverbot

Es ist verboten, nach Einbruch der Dunkelheit zu fahren. Die meisten irischen Boote haben keine Navigationsleuchten und auch die Bojen sind im Dunkeln nicht zu erkennen. Ausserdem sind oft noch Angler in ihren Lakeboats unterwegs, die in ihrer dunklen Kleidung nicht zu erkennen sind.

Richtiges Steuern

Bojen sollten Sie nicht zu eng umfahren. Die schwimmenden Bojen sind mit Ketten oder Stahlseilen festgemacht, die besonders bei niedrigem Wasserstand und Wind nicht unbedingt senkrecht nach unten führen und so schnell zu einer Falle werden können. Schneiden Sie niemals enge Kurven auf dem Fluß - der „Gegenverkehr“ ist oft erst spät zu sehen.

Brücken

Die Markierungen an Brücken sind meist auf die schiffbaren Bogen aufgemalt und oft schlecht zu erkennen. Halten Sie sich immer an den markierten Brückenbogen - im Zweifel ist es besser, sich den Brücken langsam zu nähern, bis man den schiffbaren Brückenbogen klar erkennt. Die Brücken Tarmonbarry (9 Fuß lichte Höhe) und Rooskey (11 Fuß) sind Hubbrücken, die je nach Wasserstand und Bootstyp hochgezogen werden müssen. Bitte versichern Sie sich, ob Sie genügend lichte Höhe zur Durchfahrt haben, oder ob Sie die Brücke öffnen lassen müssen. Die Drehbrücke in Portumna muß auf jeden Fall zur Durchfahrt geöffnet werden. Anlegestellen sollten Sie immer stromaufwärts ansteuern - und dies so langsam wie möglich. Besonders warnen möchten wir Sie vor Anlegestellen vor oder hinter Brücken, z.B. in Shannonbridge oder Lanesborough, wo durch die Engstellen unter den Brücken gefährliche Wirbel und Strömungen entstehen, die beim Anlegen auch echten Profis oft Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Schleusen

Besondere Aufmerksamkeit verlangt auch die Einfahrt in die Schleusen - bitte langsam einfahren und auf die Anweisungen des Schleusenwärters, die meisten sind übrigens sehr hilfsbereit, achten. Bitte denken Sie beim An- und Ablegen sowie bei der Einfahrt in Schleusen an ihr Beiboot - schon viele wurden durch Unachtsamkeit zwischen Cruiser-Bordwand und Kai zerquetscht. Am besten ist es, einem Mannschaftsmitglied die Verantwortung für das Dinghy zu übertragen

Wind

Der Wind gehört zu Irland wie die Schafe und die grünen Wiesen. Bei starkem Wind sollten Sie keinen der großen Seen überqueren, da die Böen auf dem Lough Ree und dem Lough Derg für gefährlich hohe Wellen sorgen. Generell sollten Sie deshalb die Seen nur bei ruhigem, beständigem Wetter überqueren und dies am besten zusammen mit anderen Booten. Bitte denken Sie auch an die Fahrzeit - nichts ist schlimmer, als einbrechende Dunkelheit mitten auf dem See.

Es gibt viele kleine Flüsse, die in den Shannon fließen, doch bitte halten Sie sich an die in der Seekarte eingezeichneten Navigationsgrenzen. Alle anderen Seitenarme sind nur unzureichend oder nicht markiert, oft sehr flach und deshalb nicht befahrbar. Viele dieser Seitenarme werden derzeit ausgebaut und in den nächsten Jahren schrittweise für Mietcruiser geöffnet. Geplant ist auch ein Ausbau der Kanäle, doch werden hier noch einige Jahre ins Land gehen.

Vorsicht

Mit den Cruisern bewegen Sie rund sieben Tonnen Masse über den Shannon. Bitte denken Sie an Angler, kleine Boote und die zahlreichen Wasservögel und ihre Brutplätze: Fahren Sie langsam durch Brücken und enge Stellen und passieren Sie Anlegestellen und festgemachte Boote in gedrosseltem Tempo. Von kleinen Inseln oder Landzungen sollten Sie sich fernhalten, oft haben diese unscheinbaren und oft lieblich aussehenden Landstückchen eine Fortsetzung unter Wasser. Falls Sie unbedingt an Ihrer Wunschinsel festmachen wollen, sollten Sie vorher mit dem Beiboot die Wassertiefe erkunden, denn oft lauern Felsen dicht unter der Wasseroberfläche. Mit dem Cruiser sollten Sie sich ihrer Trauminsel oder -bucht möglichst langsam und rechtwinkelig nähern - ein aufgelaufener Kreuzer ist oft nur sehr schwer wieder flott zu machen

Mit freundlicher Genehmigung von © Sven Neubert.