Shannon - Erne - Info

Niall of the Nine Hostages (irisch: Niall Noígiallach)

Niall of the Nine Hostages (irisch: Niall Noígiallach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Niall of the Nine Hostages (irisch: Niall Noígiallach) war ein Hochkönig von Irland, der zwischen der Mitte des vierten Jahrhunderts und dem frühen fünften Jahrhundert in Irland tätig war. Laut mittelalterlichen irischen Quellen ist das Jahr seines Todes 405 nach Christus. Von ihm wird gesagt, dass er Raubzüge auf die Küsten von Britannien und Gallien unternommen hat. Er war annäherungsweise ein Zeitgenosse von St. Patrick und aus diesem Grund glauben einige, dass zwischen ihm und der Entführung des jugendlichen St. Patrick eine Verbindung besteht.

Er war der fünfte und jüngste Sohn von Eochaidh Mugmedon, einem irischen Hochkönig und Cairenn Chasdubh (curly black – schwarze Locken), einer versklavten Tochter von Sachell Balb (Sachell the Stammerer - Sachell der Stotterer), ein britischer König. Er ist durch seine Söhne Conall Gulban, Endae, Eogan, Coirpre, Lóegaire, Maine of Tethba, Conall Cremthainne und Fiachu Fiachrach der namensgebende Begründer der Uí Néill Dynastie.

Quellen

Die Quellen über die Einzelheiten von Nialls Leben befinden sich in den Stammbäumen der historischen Könige, in der „Roll of King“ (Rolle der Könige) in dem Abschnitt über Lebor Gabála Érenn, in den Irischen Annalen wie zum Beispiel den „Annals of the Four Master“ (Annalen der vier Meister) und in den Aufzeichnungen wie zum Beispiel in Seathrún Céitinn’s „Foras Feasa ar Éirinn“ und in den sagenhaften Geschichten wie „Adventure of the Sons of Eochaidh Mugmedon“ (Die Abenteuer der Söhne des Eochaidh Mugmedon) und „The Death of Niall of the Nine Hostages“ (Der Tod von Niall von den neun Geiseln).

Das frühe Leben

Entsprechend einer Legende war Niall der Sohn des Hochkönigs Eochaidh Mugmedon und seiner zweiten Frau Cairenn, der Tochter von Sachell Balb, König von Britannien im Jahre 385. Als Cairenn schwanger wurde, verzehrt sich Mongfind, Eochaidhs erste Frau, voller Eifersucht und so musste Cairenn schwere Arbeiten erledigen, in der Hoffnung, dass sie das Kind verlieren würde. Aus Furcht vor Mongfind setzte Cairenn ihr Baby aus, es wurde allerdings gerettet und von Torna dem Dichter aufgezogen. Niall kehrte als Erwachsener nach Tara zurück und rettete seine Mutter vor der schweren Arbeit, die ihr Mongfind auferlegt hatte.

Mongfind verlangte, dass Eochaidh einen Nachfolger benannte, in der Hoffnung, dass es einer ihrer Söhne sein würde. Eochaidh beauftragte mit dieser Er sperrte sie in eine brennende Schmiede ein und sagte ihnen, dass sie alles was sie konnten retten sollten. Er würde sie dann anhand der geretteten Gegenstände beurteilen. Niall, der mit einem Amboss zurückkam, wurde für bedeutender als seine Brüder erachtet, denn Brion kehrte mit einem Schmiedehammer zurück, Fiachra mit Blasebälge und einem Eimer mit Bier, Ailill mit einer Kiste voller Waffen und Fergus mit einem Holzpacken. Mongfind weigerte sich, die Entscheidung zu akzeptieren.

Sithchenn fertigte für die fünf Brüder Waffen an und sie gingen nach draußen zum Jagen. Jeder Bruder suchte abwechselnd nach Wasser und sie fanden eine Quelle, die von einer hässlichen Hexe bewacht wurde. Diese wollte als Gegenleistung für das Wasser einen Kuss. Fergus und Ailill weigerten sich und kehrten mit leeren Händen zurück. Fiachra gab ihr einen flüchtigen Kuss, der aber nicht genug war, um sie zufrieden zu stellen. Einzig alleine Niall küsste sie richtig und daraufhin verwandelte sie sich zu einer wunderschönen Maid, zu der„Sovereignty of Ireland“ (Hoheitsgewalt von Irland). Sie gewährte Niall nicht nur das Wasser, sondern auch für viele Generationen das Königtum. Fiachra wurde eine geringere königliche Linie zugestanden. Danach wurden Mongfinds Söhne hinter Niall zurückgestellt.

Dieses Motiv einer „Loathly Lady“ (unwilligen Dame) taucht weltweit in den Mythen und Sagen auf. Variationen dieser Geschichte erzählt man auch von den frühen irischen Hochkönigen Lugaid Laigde und Conn Cétchathach und sie wiederholt sich auch in der Arthurlegende. Eine der bekanntesten Versionen erscheint sowohl in Geoffrey Chaucer’s „The Wife of Bath’Tale“ (die Ehefrau von der Geschichte von Bath) und in der dazugehörigen Gawain Romanze „The Wedding of Sir Gawain and Dame Ragnell“ (Die Hochzeit von Sir Gawain und der Dame Ragnell). Das Thema der unwilligen Dame kann man auch in den Geschichten „Percival“ (Perzival) und „Holy Grail“ (Heiliger Gral) wiederfinden.

Eine weitere Geschichte erzählt, dass Mongfind versucht hat, Niall zu vergiften. Sie starb danach, da sie versehentlich das Gift selber nahm.

König und Hochkönig

Es gibt verschiedene Versionen darüber, wie Niall zu seinem Beinamen Noígiallach gekommen ist. Die älteste Version besagt, dass er jeweils eine Geisel von einem der neun „Túatha“ (Túatha – petty kingdoms – winzigen Königreiche) nahm. Die spätere und berühmtere Geschichte erzählt, dass er jeweils eine Geisel von einer der fünf Provinzen von Irland (Ulster, Connacht, Leinster, Munster und Meath) und jeweils eine von den Sachsen, den Briten, den Schotten und den Franzosen nahm (oder jeweils eine von Dál Riata, Kaledonien, Strathclyde und Northumbrien).

Irische Quellen beschreiben Niall’s Expeditionen nach Britannien und Frankreich und seine Regierungszeit genauso wie in den Irischen Annalen, die etwa gleichzeitig mit der Gründung von Dál Riata in Schottland durch irische Immigranten und den Überfällen der Schotten auf das späte römische und subrömische Britannien stattfanden.

Niall und St. Patrick

Anhand von späteren Überlieferungen nahm Niall den zukünftigen St. Patrick während einer seiner vielen Überfälle auf Britannien gefangen und brachte ihn als Sklave nach Irland. Viele Jahre später gelang es St. Patrick nach Britannien zu fliehen. Er kehrte letzten Endes aber wieder nach Irland zurück, wo er eine wichtige Rolle bei der Christianisierung der Iren spielte.

Der Tod

Es gibt verschiedene Überlieferungen, die sich mit den Umständen, die zu seinem Tod führten, befassen. Die früheste Quelle besagt, dass er auf See im Englischen Kanal durch die Hand von Eochaid mac Enna, dem König von Leinster, verstarb, als er versuchte Armorica (die heutige Bretagne) im römischen Gallien zu überfallen. Andere Quellen berichten, dass er während einer Schlacht gegen die „Picts“ (Pikten, von lateinisch: picti „die Bemalten“) von Schottland oder sogar in den Alpen getötet wurde. Alle Überlieferungen sind sich aber einig, dass er außerhalb von Irland gestorben ist. Anhand der Überlieferungen brachte seine Anhängerschaft seinen Körper zurück nach Irland, wobei sie auf dem Weg nach Hause in sieben Schlachten kämpfen mussten, dabei trugen sie den Körper von Niall immer an der Spitze der Truppe, der sie dadurch unbesiegbar machte. Auf dem Friedhof von St. Patricks römisch-katholischer Kirche in Iskaheen, Inishowen, befindet sich eine Gedenktafel, die besagt, dass hier der Ort des Grabes von Eoghan, dem Sohn von Niall of the Nine Hostages, ist. Es wird aber kein bestimmtes Grab angegeben.

Nachkommenschaft

Die „Northern and Southern Uí Néill dynasties“ (nördliche und südliche Uí Néill Dynastien), die die meisten der Hochkönige stellten, stammte von Niall ab. Zu den weiteren berühmten Nachkommen gehörten unter anderem Niall’s Ururenkel Saint Columba, Saint Máel Ruba, die Könige von Schottland, die Könige von Ailech, die Könige von Tir Eogain, die Könige von Tír Conaill, der Chieftain und Earl Hugh O’Neill, der Clan-Chef und Earl Red Hugh O’Donnell von den O’Donnell’s von Tyrconnell, die militärischen Führer der „Confederate Ireland“ Owen Roe O’Neill und Hugh Dubh O’Neill und Phelim O’Neill, der römisch-katholische Primas von IrlandAodh MacCathmhaoil, der spanische Premierminister Leopoldo O'Donnell der Erste Duque de Tetuan, Shane O'Neill, Sir William Johnson von den O'Neills of the Fews, zusätzlich zu den zahlreichen Offizieren in den Armeen von Frankreich, Spanien und des Österreichischen Kaiserreichs. Die derzeitige Königliche Familie von Großbritannien macht auch eine Verbindung geltend. Im Januar 2006 behaupteten Wissenschaftler, dass Niall der fruchtbarste Mann in der Geschichte von Irland gewesen sein könnte und weltweit nimmt er nach Genghis Khan den zweiten Platz ein. Im Nordwesten Irlands haben nicht weniger als Einfünftel der Männer ein allgemeines Y Chromosom „Haplotype“, das innerhalb der „Haplogroup“ R1b liegt. Die „Haplogroup R1b1c7“ kommt besonders häufig bei Nachnamen, die auf Niall zurückgeführt werden können, vor. Zu diesen Nachnamen gehören zum Beispiel: O'Boyle, Bradley, Cannon, Mongan, McCaul, McCawell, Connor, O'Doherty, O'Donnell, O'Gallagher, Flynn, McKee, Devlin, Donnelly, Egan, Gormley, McGovern, Hynes, O'Kane, McLoughlin, McManus, McMenamin, Molloy, Muldoon, O'Neill, O'Reilly, O'Rourke,O'Lunny und Quinn

Stammbaum

Die Hochkönige erscheinen in fetten Buchstaben

Der Stammbaum von Niall of the Nine Hostages



Zitat aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Niall_of_the_Nine_Hostages, frei aus dem Englischen übersetzt von Inga



Eifriger Übervater

Forscher: Zehn Prozent der irischen Männer sind Nachkommen eines Stammesfürsten

Jeder zehnte irische Mann stammt möglicherweise von einem sagenumwobenen irischen Stammesfürsten namens Niall of the Nine Hostages ab. Das vermuten Genetiker um Daniel Bradley vom Trinity College in Dublin nach Gentests an knapp 800 irischen Männern. Niall lebte im 5. Jahrhundert und hat der Legende nach den späteren irischen Bischof und Nationalheiligen St. Patrick nach Irland verschleppt.

Der irische Nationalheilige St. Patrick war um das Jahr 400 als etwa 16-Jähriger vom römischen Britannien aus von irischen Piraten entführt und nach Irland gebracht worden. Nach mehr als sechs Jahren Gefangenschaft gelang ihm die Flucht. Jahrzehnte später kehrte er als Bischof auf die Insel zurück und spielte eine wesentliche Rolle bei deren Christianisierung. Wer damals seine Entführer gewesen waren, ist historisch nicht belegt. Es heißt jedoch, der Stammesfürst Niall of the Nine Hostages sei an der Verschleppung beteiligt gewesen. Dieser Hochkönig hatte acht Söhne und ist in Irland als der Begründer der Uí Néill-Dynastie bekannt, auf die bis heute zahlreiche irische Familien ihre Herkunft zurückführen.

Diese traditionsbewussten Inselbewohner könnten damit tatsächlich Recht haben, sagen nun die irischen Genetiker. Die Wissenschaftler hatten bei 796 Männern aus dem Nordwesten Irlands das Y-Chromosom untersucht. Dieses Chromosom, das nur Männer haben, wird ausschließlich vom Vater auf den Sohn vererbt. So lässt sich anhand dieses Chromosoms die väterliche Linie zurückverfolgen. Bei jedem fünften der untersuchten Männer entdeckten die Forscher ein bestimmtes typisches Merkmal auf dem Y-Chromosom. Ein großer Teil von ihnen trug einen Nachnamen, der auf den Uí Néill-Clan zurückgeführt wird. Die Forscher schätzen, dass insgesamt etwa jeder zehnte Ire aus dieser Dynastie stammt.


Zitat aus: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/260423.html