Shannon - Erne - Info

Culdeer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Culdee, Kuldeer oder Céli Dé (übersetzt „Vasallen des Gottes“) bildeten einen alten klösterlichen Orden mit Ansiedlungen in Irland und Schottland. In frühen irischen Manuskripten ist der Name mit Cele De (die „geschworenen Verbündeten Gottes“) belegt. Später wurde die Bezeichnung zu Coli dei latinisiert, abgeleitet von culdei nach Hector Boece, welches allgemein Mönche und Einsiedler bezeichnete.

Die Bezeichnung Culdeer könnte auf einen gemeinschaftlichen Ursprung eines Wortes aus dem hebräischen und dem keltischen Kulturraum herrühren:


  • kaw-doshe : heilig, Gott, ein Engel, Heiliger, Heiliger Einer, Heiligtum
  • kaw-dash : Rein, gesegnet, heilig
  • keh-desh : Heiligtum
  • kaw-deem : die Grenze zum/vom heiligen Osten
  • kaw-deesh : Heiliger Geist


Mit einer Vertauschung des w mit dem l, das ähnlich klingt, könnten diese Worte auch als „Kaldie“ verstanden werden: Heiliger Geist aus dem Osten.

Diese Interpretation wird seit Jahrhunderten weitergegeben, ebenso wie jene, dass Josef von Arimathäa und seine 12 Begleiter als frühchristliche Missionare die Begründer der Culdee-Kirche, oder Keltische Kirche, in Britannien waren.


Frühe Anfänge

Protestantische und besonders presbyterianische Schriftsteller romantisierten die Culdee lange Zeit in der Art von Einsiedlern, die sich - frei von römischen Einflüssen - in einem entfernten Winkel Westeuropas ein primitives Christentum bewahrt haben. Diese Anschauung entsprach einer von Thomas Campbell in der Schrift Reullura beleuchteten Sichtweise Frieden ihren Schatten:

„Die reinen, ersten Culdees waren die frühesten Gottespriester von Albyn (England), ehe noch eine der Inseln ihrer Meere durch den Fuß eines sächsischen Mönchs betreten wurde“.

Eine andere Sichtweise, ebenso veröffentlicht wie jene des Hector Boece in seiner lateinischen Geschichte Schottlands (1516), bezeichnet sie im neunten bis zwölften Jahrhundert als die direkten Nachfolger der organisierten irischen Mönche von Iona (6. bis 8. Jahrhundert).

Sowohl diese als auch andere Ansichten wurden von William Reeves (1815-1892), dem Bischof von Down, Connor und Dromore widerlegt.

Es wurden bis heute nur sehr wenige vertrauenswürdige Informationsquellen überliefert, aber es scheint zumindest wahrscheinlich, dass die Liturgie nach Chrodegang (Chrodegang stellte Regeln für liturgische Gesänge und das kanonische Leben von Weltgeistlichen (Regula canonicorum) auf, dem Erzbischofs von Metz († 766), von irischen Mönchen aus dem nordöstlichem Gallien in ihrer ursprünglichen Heimat verbreitet wurde. Die dort ansässigen irischen Einsiedler wurden damit an die Regeln und Vorschriften der Klöster gebunden.

Im Laufe des neunten Jahrhunderts fanden neun Orte in Irland (einschließlich Armagh, Clonmacnoise, Klone, Devenish und Sligo) als Klöster Erwähnung, an denen die Gemeinschaften der Culdeer wie eine Art Anhang zu den üblichen klösterlichen Einrichtungen gegründet wurden. Die Culdeer scheinen besonders die Fürsorge über die Armen und die Kranken inne gehabt zu haben und interessierten sich für den musikalischen Teil der Anbetungen. Nachdem in Schottland die Mönche von Iona vom Pictenkönig Nechtan, dem Sohn von Derile, im Jahr 717 vertrieben wurden, sind die dadurch entstandenen Lücken nicht von den römischen Mönchen (die sich im Norden von Northumbria verbreiteten), sondern zum Ende des achten Jahrhunderts von Culdees aus Irland gefüllt worden.


Hochmittelalter

Die Eigenschaften ihres Lebens in Schottland, das als das wichtigste Zeitalter in der Geschichte des Ordens bekannt ist, scheinen sehr denjenigen der weltlichen Gemeinschaften Englands und des Kontinents zu ähneln. Von Anfang an lebten sie dort mehr oder weniger isoliert zusammen. Ohne feste Form oder gemeinsamen Kopf jedoch neigte die Culdee Kirche dazu zu verfallen.

Im 12. Jahrhundert wurde die keltische Kirche nach römischem Muster völlig umgestaltet und in diesem Prozess verloren die Culdees auch jene Besonderheiten, die ihnen früher zugeschrieben wurden. Sie wurden ebenso wie der weltliche Klerus unter die kanonischen Regeln Roms gebracht. Die Bilder, die wir von ihrem Leben im zwölften Jahrhundert haben, unterscheiden sich beträchtlich von jenen vergangenen Jahrhunderten. Die Haupthäuser jener Zeit in Schottland waren bei St Andrews, Scone, Dunkeld, Lochleven, Monymusk in Aberdeenshire, Abernethy und Brechin.

Jedes einzelne Haupthaus für sich war eine unabhängige Errichtung, vollkommen kontrolliert von ihrem eigenen Abt und es teilte sich anscheinend in zwei Abteilungen, einen priesterlichen und einen weltlichen Teil, in dem ledige und verheiratete Mitglieder zusammen lebten.

Ungefähr ums Jahr 1100 gab es zu St. Andrews dreizehn von Culdees gehaltenen Einrichtungen mit erblicher Amtszeit. Bei den Einnahmen wurde mehr Bedacht auf den eigenen Wohlstand und Erweiterung des Ordens als auf Dienstleistungen der Kirche oder gar Bedürfnisse des Volkes gelegt.

Eine von Königin Margareta von Schottland dringend erforderlich gehaltene Reform wurde von ihren Söhnen Alexander I. und David I. durchgeführt; allmählich ging die ganze Position in die Hände von Turgot und seinen Nachfolgern im Bistum über.

Regelmäßig wurden neue Kanons Roms bekannt und einige der Culdees schlossen sich den neuen Orden an. Denjenigen, die sich beugten, wurde eine lebenslange Rente gewährt und sie verweilten als ein getrennter aber beständig abnehmender Korpus bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts, indem sie - ausgeschlossen von der Wahl des Bischofs - aus der Geschichte verschwanden.

Zu Dunkeld war Crinan, der Großvater von Malcolm Canmore, ein lediger Abt das Oberhaupt des Klosters. Die Überlieferung besagt allerdings, dass sogar die klerikalen Mitglieder verheiratet waren. Allerdings lebten sie wie die Priester der Ostkirche abgesondert von ihren Frauen während ihrer Zeit des priesterlichen Dienstes.

Der Culdee von Lochleven lebte vom Zoll des St. Serfs, der ihm von dem pictischen Prinzen Brude ungefähr im Jahr 850 gegeben worden war.

Im Jahr 1093 übergaben sie ihre Insel dem Bischof von St Andrews als Gegenleistung für Essen und Kleidung, aber Robert (Bischof im Jahr 1144) übergab alle ihre Roben, Bücher und anderes Eigentum zusammen mit der Insel an die kürzlich gegründeten Kanonischen Regularien, in dem die Culdees wahrscheinlich vereinigt wurden und in denen sie letztendlich aufgingen.

Es gibt nirgendwo anders eine Spur solch teilweiser Unabhängigkeit von Rom als jene, die in St. Andrews von den Culdee erfahren und gelebt wurde, vielleicht auch deswegen, weil die Bewilligung des Bischofs durch eine königliche Urkunde unterstützt wurde. In derselben Art wurden die Culdee von Monymusk, ursprünglich vielleicht eine Kolonie von St Andrews, als kanonisches Regularium des Augustinerordens am Anfang des 13. Jahrhunderts geführt und diejenige von Abernethy folgte im Jahr 1273.

An Brechin, berühmt wie Abernethy für seinen runden Turm, halfen die Culdee Äbte und ihre Mönche das Kapitel der Diözese (gegründet von König David I in 1145) zu bilden, bei der auch der Name für eine oder zwei Generationen verharrte.

Das bemerkenswerteste Überleben des Namens der Culdee ist in der größten Stadt in der schottischen Grafschaft der Fife, Kirkcaldy (die Kirche der Culdee) gesichert.

Die Culdee-Kapelle weiter östlich von St Andrews in derselben Grafschaft kann vom Nordosten aus von der dortigen zerstörten Kathedrale und Stadtmauer gesehen werden. Sie wurde 'St. Mary auf dem Felsen' gewidmet und wird eindeutig durch kreuzförmige Ruinen erkannt. Sie wurde durch die lokalen Kirchen des St Andrews für ihren Ostermorgendienst verwendet. In Irland dauerten die Culdee von Armagh bis zur Auflösung im Jahr 1541 an und genossen ein flüchtiges Wiederaufleben in 1627, bald danach ging ihr altes Eigentum an die Chorpfarreien der Kathedrale von Armagh über.


Culdee in England und Wales

Ähnliche Absorptionen sind zweifellos für das Verschwinden der Culdees Yorks, hervorgerufen durch die Kanons der Peterskirche ungefähr im Jahr 925 und jener von Snowdon und der Insel Bardsey im nördlichen Wales (erwähnt durch Giraldus Cambrensis in seinem Spiegel „Ecclesiae und Itinerarium“) um das Jahr 1190 verantwortlich. Die ehemalige Gemeinschaft war, sagt er, war arg bedrängt von den gierigen Zisterziensern. Die obigen Orte scheinen die einzigen zu sein, in denen die Culdees in England und Wales aufgefunden werden.


Culdee im Nordatlantik

Das isländische Landnámabók (Buch der Ansiedlungen) erwähnt, dass die Skandinavier irische Priester in Island vorfanden, zusammen mit Glocken und Bischofsstäben. Das wird auch an in den Arbeiten von Dicuil angedeutet. Die Skandinavier nannten die Priester Papar, und dieser Name kann als Element in vielen Ortsnamen von Orkney, Shetland, Färöer und Island gefunden werden.

Die traditionellen Niederschriften haben festgestellt dass die Papar abreisten als die Skandinavier ankamen, einige Quellen zeigten an, das die Skandinavier die Culdees verfolgten und zwangen weiter nach Westen bis nach Grönland und Neufundland davon zu segeln.

Es ist auch vorstellbar, dass ihr Einfluss die Ausbreitung des Christentums in Island unterstützte.

Im Übrigen ist auch nachgesonnen worden, dass die Culdees die ersten Europäer gewesen sein könnten, die Amerika besuchten. Die Hauptbeweise davon sind die Existenz von gebauten Bienenkorb-Hütten aus mehr als 275 Steinen in Maine, in New Hampshire und anderswohin in Neuengland. Diese Strukturen, einige davon gut bewahrt bis zur Gegenwart, sind der Culdee Architektur in Irland und Schottland im frühen Mittelalter und früher (Olsen 2003) ziemlich ähnlich.


Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Culdeer